Verhör­methoden Armin Wolf: Erwin Pröll schaltet Amnesty International ein

Bild-Quellen: Manfred Werner – TsuiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link & Unbekannt – PDF, Logo, Link

Kein Ende in der Diskussion um die unglaublichen Verhörmethoden von ZIB 2-Anchorman Armin Wolf. Erwin Pröll, einer der Betroffenen, der unlängst auf der Anklagebank des ZIB 2 Studios Platz nehmen und minutenlange Foltermethoden über sich ergehen lassen musste, wandte sich in seiner Verzweiflung nun an Amnesty International (AI): Seiner Ansicht nach wurden bei dem Verhör Praktiken angewandt, die klar der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) bzw. dem Fairnessgebot der EMRK widersprechen.


In dem Schreiben an AI kommt der ehemalige Landeshauptmann von Niederösterreich ohne lange Umschweife auf den Hauptkritikpunkt zu sprechen: „Ich musste die Vernehmung ganz ohne Anwalt bestreiten. Dadurch habe ich mich zu Aussagen hinreißen lassen, die ich im Beisein eines Rechtsbeistandes mit Sicherheit nicht getätigt hätte. Diese Praxis des ORF sucht Seinesgleichen und ist mit der EMRK aber sowas von nicht vereinbar!“

Weiters kritisiert Erwin Pröll, dass bei dem Verhör nur der Bad Cop anwesend gewesen sei: „Als Riesen-Fan von Horst Tappert und seiner Reality-Serie ‚Derrick‘ bin ich es gewohnt, dass einer Vernehmung dieser Art zumindest auch ein Good Cop beiwohnt. Vergeblich habe ich jedoch darauf gewartet, dass eine Journalisten-Kollegin wie beispielsweise Ricarda Reinisch während der Einvernahme auftaucht und die Rolle des Good Cops einnimmt!“

Und weiter in dem Schreiben: „Nachdem es Armin Wolf mit derlei fiesen Praktiken gelungen ist, mich zu überrumpeln und mich völlig unerwartet in die Enge zu treiben, habe ich meine Nervosität kaum noch zu bändigen vermocht. In dieser Situation hätte ich mir zumindest erwartet, dass mir eine Zigarette angeboten wird. Doch sogar dieses Mindestmaß an Fairness ist mir verwehrt geblieben! Im Gegenteil, Armin Wolf hat meine Lage schamlos ausgenutzt, um mir Geständnisse zu entlocken, die ich ohne diese Folter- und Einschüchterungsmethoden nie und nimmer gemacht hätte!“

In einer ersten Reaktion ließ Amnesty International Österreich verlautbaren, dass man die ungeheuerlichen Anschuldigungen bzw. Menschenrechtsverletzungen schleunigst prüfen werde: „Einem Angeklagten zu Beginn des Verhörs nicht einmal einen Kaffee oder zumindest ein Mineralwasser anzubieten, grenzt an mittelalterliche Praktiken, die in einem zivilisierten Land und gar in einem öffentlich-rechtlichen Sender wie dem ORF längst der Vergangenheit angehören sollten. Kritischer und investigativer Journalismus schön und gut, aber da sind wir mit Erdoğan oder Trump einer Meinung: Das heißt sicher nicht, das jeder machen kann, was er will!“

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