Vorreiterrolle: Wien führt weltweit erste Vögelzonen ein

Wiens erste Vögelzone
Bild-Quellen: Cornelius Schneider/Richard Huber, CC BY-SA 3.0, Link & Pixabay; Bildbearbeitung mit GIMP

Darauf mussten Hansi, Tweety & Co. lange warten! Doch nun ist es endlich soweit: Wien führt als weltweit erste Stadt Vögelzonen im öffentlichen Raum ein. Käfigvögel wie Wellensittich, Papagei oder Kanarienvogel sollen sich dort in Begleitung ihrer Frauchen und Herrchen künftig frei austoben und ihre Flugkünste zur Schau stellen können.


Man wolle den als Haustier gehaltenen Piepmätzen endlich die Möglichkeit geben, ihrem Bewegungsdrang freien Flug zu lassen, so die für Tierschutz zuständige Stadträtin Ulli Sima anlässlich der Eröffnung und Einweihung der ersten Vögelzone im Else-Federn-Park in Wien Ottakring: „Die Vögel sollen sich dort untereinander austauschen und einfach mal so richtig den Adler in ihnen rauslassen können!“

Noch bis Ende des Jahres sollen in allen 23 Bezirken Wiens weitere Vögelzonen eröffnet werden. Die zwecks Fotoshooting mitgebrachte Papageiendame Kiki weiß mit der neu gewonnenen Freiheit der Vögelzone offenbar noch nicht so recht etwas anzufangen. Trotz mehrfacher Aufforderung ihres Besitzers bleibt sie einfach auf dessen Schulter sitzen und beißt stattdessen lieber der danebenstehenden Stadträtin ins Ohr.

Apropos Beißen: In den Vögelzonen dürfen sich die gefiederten Freunde grundsätzlich ohne Schnabelkorb aufhalten. Um unschöne Szenen zu vermeiden, müssen allerdings mitgebrachte Listenvögel wie Falken oder Habichte verpflichtend Beißkorb tragen.

Alle Wiener Vögelzonen sind mit Sitzstangen, Klettergerüsten, kleinen Trapezschaukeln und jeder Menge Trinkschalen ausgestattet. Um die Vögel vor Kleinkindern und Hunden zu schützen, sind die Vögelzonen sicherheitshalber umzäunt. Außerdem herrscht in den Zonen striktes Katzenverbot!

Den Vorwurf, dass es sich bei den Vögelzonen um ein reines Wahlzuckerl knapp vor der Nationalratswahl handeln könnte, lässt Ulli Sima nicht gelten: „Die Vögelzonen waren schon lange auf meiner Prioritätenliste ganz oben. Leider scheiterte es wie so oft am dafür notwendigen Geld!“

Erst dadurch, dass trotz exorbitanten Bevölkerungszuwachses in absehbarer Zeit keine neuen Gymnasien in Wien gebaut werden sollen, konnten die finanziellen Mittel für die Vögelzonen freigeschaufelt und dieses Prestigeprojekt nun endlich realisiert werden, so SPÖ-Stadträtin Sima.

Wen wundert es da noch, dass Wien unlängst zum wiederholten Male zur weltweit lebenswertesten Stadt gekürt wurde!