Endlich wieder echte Probleme: Tschechen hängen uns neuerlich ab

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Nachdem zuletzt die Medien praktisch nur noch über die Anfeindungen zwischen diversen EU-Ländern und der Türkei berichtet haben und auf dem Gipfel der Spannungen jetzt auch noch holländische Kühe aus der Türkei zurück in die Niederlande geschickt werden, ist es wieder höchst an der Zeit für ernstere Dinge und echte Probleme. Wie zum Beispiel die Hiobsbotschaft, dass uns Tschechien auch 2016 in Punkto Pro-Kopf-Bierkonsum schon wieder hinter sich gelassen hat! Doch die Bundesregierung, die seit dem Koalitionspakt ‚Für Österreich‘ vor Arbeitseifer regelrecht strotzt, hat zugesagt, das Problem mit ganz konkreten Maßnahmen zügig anzugehen.


Familienministerin Sophie Karmasin fasst die Hauptursachen zusammen, die dafür verantwortlich sind, dass Österreich neuerlich nur Vizeweltmeister geworden ist: „Das Jugendschutzgesetzt in Österreich ist leider nach wie vor Ländersache. Beim Mindestalter für den Konsum von Alkohol setzt sich der Bund schon seit vielen Jahren für eine Senkung ein, scheitert aber wie so oft am Veto der Länder. Wir wollen ganz klar die Selbstbestimmung der Jugendlichen fördern, da kann es nicht sein, dass ihnen der Staat ständig mit Gesetzen und Verboten in die Quere kommt.“

Auch die zunehmend vegetarische und vegane Lebensweise ist dem Bierkonsum hierzulande nicht gerade zuträglich. Karmasin: „Zum Gulasch gehört nun einmal ein Seidl oder Krügel Bier. Und die Eitrige ist ohne einem 16er Blech quasi undenkbar. Leider geht mit den alternativen Lebensweisen zunehmend diese österreichische Kultur verloren, da der typische Veganer zu Falafel & Co. in erster Linie Soda-Zitron konsumiert. A propos Soda-Zitron: Dass die Lebensmittelketten mit ihren ständigen -25%-Aktionen auf alkoholfreie Getränke Bier & Co. arg zusetzen, ist natürlich ein weiterer Grund, warum wir auch 2016 wieder nur Zweiter geworden sind.“

Was sind nun die ganz konkreten Schritte, die die Regierung plant, um beim Pro-Kopf-Bierkonsum ab kommendem Jahr tatsächlich vor den Tschechen über die Ziellinie gehen zu können? Ministerin Karmasin: „Erstens: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! Beim Umgang mit Suchtmitteln können wir nicht warten, bis es zu spät ist. Daher ganz klar, Senkung des Mindestalters für den Konsum von Alkohol österreichweit auf 14 Jahre. Zweitens: Bier auf Rezept. Was in Polen und Tschechien möglich ist, muss auch bei uns gängige Praxis bei urologischen Erkrankungen werden. Drittens: Wenn die Tschechen schon so gerne Bier trinken, dann sorgen wir doch dafür, dass sie es bei uns tun! Wir werden daher die Österreich-Werbung in unserem Nachbarland massiv ausbauen und beispielsweise den Billig-Bustourismus ins Waldviertel auch mit finanziellen Mitteln entsprechend unterstützen.“

Sozialminister Alois Stöger kündigt ebenfalls eine konkrete Maßnahme an: „Im Schnitt 15 Euro für eine Kiste Bier! Das ist eindeutig ein Angriff auf die sozial Schwachen. Welcher Sozialhilfeempfänger soll sich das bitte auf Dauer leisten können? Die Brauereien machen hier Milliardengewinne auf dem Rücken der Konsumenten. Bier muss wieder leistbar werden! Wir werden daher – wie es im Energie-Sektor mit der E-Control bereits üblich ist – eine B-Control installieren, die den Konzernen genau auf die Finger schauen wird, um Preisabsprachen zu verhindern und den Wettbewerb untereinander zu garantieren.“

Tschechien ist gewissermaßen der Marcel Hirscher in Sachen Bierkonsum. Unser Nachbarland zu schlagen ist somit ein sehr ambitioniertes Ziel. Doch wenn es nicht bei leeren Ankündigungen bleibt und die Konzepte der Regierung nicht einfach in den Schubladen verschwinden, hat Österreich tatsächlich eine Chance auf den Weltmeistertitel. Und wenn sich die Grünen auch noch zur von Peter Pilz geforderten Stammtisch-Politik durchringen, dann könnte das Vorhaben sogar ein reines Kinderspiel werden.

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