1. Mai: SPÖ-Maiauf­marsch mit Video-Botschaften statt Live-Auftritt

Bild-Quelle: SPÖ Presse und Kommunikation1. Mai 2013, CC BY-SA 2.0, Link

‚Alles neu macht der Mai‘ dachte sich die SPÖ Wien und setzt beim heurigen Höhepunkt des Maiaufmarsches am Wiener Rathausplatz erstmals modernste Technologien ein. So werden die Spitzen der Partei am Staatsfeiertag nicht live vor Publikum ans Mikro treten, sondern via riesiger Videowall und per Video-Botschaft zu den Genossinnen und Genossen sprechen.


Bürgermeister Michael Häupl bestätigte im Gespräch mit der Entenpost die aus Insider-Kreisen durchgesickerte Neuerung bei den diesjährigen Feierlichkeiten zum 1. Mai: „Letztes Jahr waren so viele Leute am Ratshausplatz, das war unglaublich! Deshalb konnten die ganz hinten Stehenden leider unmöglich bis ganz nach vor zum Rednerpult sehen. Wir wollen heuer dafür sorgen, dass auch noch die Genossinnen und Genossen in der allerletzten Reihe beste Sicht haben. Wir werden eine Riesen-Mega-Leinwand errichten, um sicher zu stellen, dass uns wirklich jeder sehen kann, wenn wir zu unseren Parteifreunden sprechen.“

Weshalb die Reden nicht live vor Ort sondern aus der Parteizentrale in der Löwelstraße auf die Videowall übertragen werden, hat laut Wiener SPÖ vor allem akustische Gründe. Michael Häupl: „Letztes Jahr war die Euphorie im Publikum dermaßen groß, da hast du vorne auf der Bühne bei den Reden zum Teil dein eigenes Wort nicht mehr verstanden! Ein überschwängliches Publikum ist mir grundsätzlich ja eigentlich ganz sympathisch, aber beim Maiaufmarsch 2016 war das schon zu viel des guten und fast ein bisserl irritierend!“

Medienprofi Josef Broukal habe der Partei daher dazu geraten, die Ansprachen dieses Jahr per Video-Botschaft zu realisieren. Die Reden könne man dadurch in aller Ruhe bereits im Vorhinein aufzeichnen und wie bei amerikanischen Sitcoms auch gleich an den richtigen Stellen mit Applaus und einer Lachspur versehen. Neben den üblichen Verdächtigen aus der österreichischen Sozialdemokratie werde man so außerdem auch ehemalige Größen der Partei nochmals zum Volk sprechen lassen können. Dem Vernehmen nach sind Passagen aus vergangenen Maiansprachen von Bruno Kreisky und Helmut Zilk geplant.

Für den Fall, dass es im Publikum – so wie letztes Jahr – wieder ein wenig lauter hergehen sollte, werden die Ansprachen sicherheitshalber mit Untertiteln versehen. Mit einer Live-Übertragung der aufgezeichneten Reden auf Facebook will man außerdem gezielt auch jüngeres Publikum ansprechen. All diese Maßnahmen dürften wohl dafür sorgen, dass der Maiaufmarsch 2017 für alle Teilnehmer zu einem unvergesslichen Ereignis werden wird – und wohl auch der allerkritischste Parteigänger nach Abschluss der Feierlichkeiten mit einem enthusiastischen ‚Freundschaft‘ von dannen ziehen wird.

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