Glyphosat: Monsanto präsentiert voll­elektronische Bienen-Drohnen als Ersatzlösung

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Damit dürfte Monsanto bei der EU-Kommission nun endlich der Durchbruch gelungen sein und einer Glyphosat-Verlängerung um 15 Jahre nichts mehr im Wege stehen: Der US-amerikanische Saatgut- und Herbizid-Konzern präsentierte gestern den Prototyp einer Bienen-Drohne. Dieser kleine Flugakrobat ist ein wahrer Tausendsassa und soll in Zukunft die Arbeit der Honigbienen komplett ersetzen.


Firmensprecher Gerry Spencer räumt im Gespräch mit der Entenpost mit der irrtümlichen Meinung auf, dass die Chemie in Glyphosat für das Bienensterben verantwortlich sei: „Glyphosat ist nicht nur ein ertragssteigerndes sondern auch ein äußerst wirksames Mittel zur Unkrautbekämpfung. Und somit in der Landwirtschaft unverzichtbar. Das Pestizid selbst ist dabei für sämtliche Tiere absolut unbedenklich. Das haben unsere eigenen Wissenschafter mehrfach und eindeutig festgestellt. Aber durch die Vernichtung des Unkrauts entziehen wir den Bienen ihren natürlichen Lebensraum, so dass der Einsatz des Pestizids gelegentlich mit einem indirekten Bienensterben einhergeht.“

Doch die Bedeutung der Bienen werde laut Ansicht von Gerry Spencer ohnehin überschätzt: „Diese Insekten leisten durch die Bestäubung der Nutzpflanzen zugegebenermaßen einen nützlichen Dienst an der Natur. Doch wie eine von uns bezahlte Studie unlängst ergeben hat, handelt es sich bei der ‚fleißigen‘ Biene nur um ein Klischee: In Wahrheit sind die Viecher nämlich eigentlich ziemlich faul und machen im Schnitt gerade mal 1-2 Ausflüge pro Tag!“

Ganz im Unterschied zu der von Monsanto entwickelten ‚AirBeeNBee‘! Diese vollelektronische Mini-Drohne ist ein regelrechter Workaholic und verrichtet im Gegensatz zu einer konventionellen Honigbiene ihren Dienst rund um die Uhr. Spencer: „Pro Akkuladung absolviert die AirBeeNBee bis zu drei Ausflüge, ehe sie selbstständig zur Ladestation zurückfliegt und sich dort vollautomatisch für den nächsten Einsatz auflädt. Da die Bienen-Drohne mit einem Nachtsichtgerät ausgestattet ist, kann sie ihre Dienste auch in der Nacht fortsetzen und bietet sozusagen ein 24×7-Service. Auch Regen stellt für das kleine Flugwunder kein Hindernis dar. Und für den Mensch bedeutet die ohne Stachel ausgestattete E-Biene glücklicherweise nicht länger eine Bedrohung!“

Die AirBeeNBee kann dabei ihre Ausflüge auf zwei unterschiedliche Funktionsarten durchführen. Gerry Spencer: „Im Pollenmodus schwirrt die Drohne von Blüte zu Blüte und bepinselt dort den Fruchtstempel mit bereits zuvor aufgenommenen Blütenstaub. Im Honigmodus hingegen sammelt die Drohne Nektar und bringt diesen nach Erreichen eines bestimmten Kontingents zur Sammelstelle. Nach einer kurzen Bestäubungsphase wechseln die Landwirte idealerweise in den Honigmodus und können so neben der eigentlichen Landwirtschaft ihre Einnahmen mit der vollelektronischen Honigproduktion zusätzlich noch steigern.“

Sollte die bisher vielversprechende Testphase zügig und erfolgreich abgeschlossen werden, könne man ein für die Massenproduktion taugliches Modell der AirBeeNBee bereits Anfang Juni bei der Landwirtschaftsmesse ‚Chemspec Europe‘ in München der Öffentlichkeit präsentieren. Da Glyphosat in Zukunft immer in Kombination mit der AirBeeNBee vertrieben werden soll, ist man bei Monsanto zuversichtlich, dass die EU-Kommission ihren Widerstand gegen das umstrittene Herbizid aufgeben wird. Außerdem werde sich der Konzern mit der Bienen-Drohne für den Europäischen Umweltpreis bewerben und rechnet sich auch dort durchaus beste Chancen aus, hat man mit der E-Biene doch endlich ein umweltfreundliches und probates Mittel gegen die mit dem Bienensterben heraufbeschworene Naturkatastrophe gefunden.

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