Streit mit Wiener Linien bei­gelegt: Gratis­zeitung Öster­reich führt Pfand­system ein

Bild-Quellen: indigotimbre from georgetown, tx, usa – elisabethstrasse, CC BY-SA 2.0, Link; Graf FotoEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link & Pixabay; Bild-Bearbeitung mit GIMP

Nur kurz währte der Streit zwischen den Wiener Linien und der Gratiszeitung Österreich um angeblich nicht bezahlte Entsorgungskosten. Wie heute Vormittag bekannt wurde, haben sich die Tageszeitung von Herausgeber Wolfgang Fellner und der Verkehrsbetrieb der Bundeshauptstadt auf ein neuartiges Pfandsystem geeinigt, welches wohl künftig dafür sorgen wird, dass zurückgelassene Österreich-Zeitungen in den Öffis der Vergangenheit angehören.


Die Gratiszeitung soll demnach auch weiterhin gratis bleiben, allerdings wird ab 2018 bei der Entnahme in den Aufstellboxen eine Pfandmünze erforderlich sein. Ähnlich wie bei Einkaufswagerln in Supermärkten kann die Zeitung durch eine Ein- oder Zwei-Euro-Münze ausgeklinkt und nach Gebrauch an jeder Entnahmebox wieder retourniert werden.

Wolfgang Fellner zeigt sich zuversichtlich, dass das neue System bei den Leserinnen und Lesern gut ankommen wird: „Natürlich werden die Kette und das Pfandschloss an der Zeitung anfangs ungewohnt sein, aber bei den Einkaufswagerln haben sich die Leute ja mittlerweile auch daran gewöhnt, ich rechne daher nicht mit größeren Umstellungsproblemen.“

Nicht nur bei den Wiener Linien erhofft man sich durch eine Reduktion der Reinigungskosten Einsparungen im sechsstelligen Bereich, auch die Gratiszeitung selbst rechnet damit, die Auflage auf Grund des Retournierens der Zeitungen durch die Leser in Hinkunft auf rund ein Fünftel reduzieren zu können. Müll gespart, Papier gespart, Kosten gespart – dass erst ein Streit dafür sorgen musste, um zu solch einem Erfolgsmodell zu gelangen, mutet im Nachhinein fast schon grotesk an! Und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Konkurrenzblatt ‚Heute‘ ebenfalls auf diesen U-Bahn-Zug aufspringen wird …

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