Feuerwerksbe­schrän­kung­en: An­scho­ber plant Ra­ke­ten­am­pel für Sil­ves­ter

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Fast stündlich preschen derzeit Politiker und Experten quer durch Österreich mit Überlegungen zu Feuerwerksbeschränkungen bis hin zu kompletten Verboten zum Jahreswechsel vor. Viele Österreicherinnen und Österreicher sind verunsichert: Wo darf das neue Jahr noch mit Blendgranaten begrüßt werden? Umfasst das Verbot auch selbst gebaute Pyrotechnik? Was ist in den eigenen vier Wänden erlaubt?


Um das totale Silvester-Chaos zu vermeiden, hat Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute Vormittag Pläne für eine sogenannte ‚Raketenampel‘ samt mehrmals pro Woche tagender Silvester-Ampelkommission präsentiert. Diese soll – analog zum Erfolgsmodell der Corona-Ampel – mit einem Blick für ganz Österreich anzeigen, was von Lady-Kracher über Kanonenschlag bis hin zu Funky Diamonds, Sky Buster & Co. zu Silvester um welche Uhrzeit erlaubt sein wird.

Minister Anschober: „Tradition ist uns wichtig. In jenen Bezirken, die grün sind, kann daher selbstverständlich und ohne jegliche Einschränkung geschossen und geknallt werden, was das Zeug hält!“

Das gilt auch für Regionen, die gelb sind, allerdings darf dort pro Person am Silvestertag nur Pyrotechnik im Wert von maximal 25.000 Euro und lediglich bis 22:00 Uhr gezündet werden.

In Bezirken, die auf Orange stehen, sieht man bei den Plänen für die Raketenampel ganz klar die grüne Handschrift. Geht es nach Minister Anschober, heißt es dort beim Pyrokauf nämlich ab sofort Obacht geben: Maximale Fluggeschwindigkeit von 130 km/h, CO2- und Feinstaubbelastung sowie Lärmentwicklung und Leuchtkraft sämtlicher Feuerwerkskörper sind streng limitiert. Die genauen Grenzwerte werden derzeit von der Bundesregierung evauluiert und sollen voraussichtlich kurz nach Weihnachten auf der Homepage des Gesundheitsministeriums online gestellt werden, so Anschober.

In roten Regionen besteht hingegen absolutes Feuerwerksverbot: „Da möchte ich bitte nicht einmal einen Sektkorken knallen hören!“, so der Gesundheitsminister. Die Pläne sehen vor, dass die Polizei zur Einhaltung der Regelungen Verstärkung durch das Bundesheer bekommen wird, das bei Zuwiderhandeln mittels Patriot-Raketenabwehrsystem rasch für klare Verhältnisse sorgen soll.

Selbst fabrizierte Feuerwerkskörper sind allerdings von den Verboten ausgenommen und können egal ob Grün oder Rot uneingeschränkt gezündet werden: „Wir können schließlich nicht von den Österreichern verlangen, dass sie zu Hause bleiben – und dann verbieten wir ihnen auch noch das Basteln!“

Gesundheitsminister Anschober weist ausdrücklich darauf hin, dass sämtliche Feuerwerksbeschränkungen ausschließlich im Freien gelten: „Was jemand privat in den eigenen vier Wänden abbrennt, bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen. Zu diesem Grundsatz sind wir schon in der Vergangenheit bei sämtlichen Coronamaßnahmen gestanden – und das bleibt natürlich bei den Feuerwerksbeschränkungen genauso!“

Um die Wichtigkeit der Raketenampel zu unterstreichen, soll die zugehörige Silvester-Ampelkommission gleich drei Mal die Woche tagen. Die neuesten Ampelschaltungen werden der Öffentlichkeit jeweils im Anschluss an die Sitzungen im Zuge einer Pressekonferenz – abwechselnd von Innenminister, Gesundheitsminister und Bundeskanzler – präsentiert.