Steuer auf Schwarzarbeit beschlossen

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Auch heuer wieder bringt der Jahreswechsel Herrn und Frau Österreicher so manche Neuerung! Die fürs Gelbörsel wahrscheinlich spürbarste Auswirkung dürfte die letzte Woche im Ministerrat beschlossene Einführung der sogenannten Pfuschsteuer sein.


Wir trafen Finanzminister Hans-Jörg Schelling im Anschluss an den Ministerrat und wollten die Beweggründe aus erster Hand hören. Schelling: „Der Anteil der Schwarzarbeit beträgt in Österreich jährlich ungefähr 8,14% des BIP und macht in Summe rund 21,35 Mrd. Euro aus. Es ist höchst an der Zeit, dass wir uns von diesem Kuchen ein Stück holen, daher hat die Regierung beschlossen, Schwarzarbeit ab dem 1.1.2017 mit behutsamen 10% zu besteuern.“

Dr. Margit Schratzenstaller, stellvertretende Leiterin im WIFO, sieht die neue Steuer mit gemischten Gefühlen: „Einerseits ist es natürlich begrüßenswert, dass der Staat die Schattenwirtschaft mit diesem Schritt weniger attraktiv macht. Andererseits hat die Abgabenquote auf Arbeit in Österreich ohnehin schon astronomische Ausmaße und wird durch die Pfuschsteuer nun nochmals angehoben. Für den Wirtschaftsstandort Österreich ist dies jedenfalls keine gute Nachricht.“

Wir haben uns beim Finanzminister erkundigt, wie die Steuer in der Praxis eingehoben werden soll. Schelling: „Wir haben uns bemüht, einen möglichst unbürokratischen Weg zu finden, der sowohl für den Besteuerten als auch den Fiskus einfach zu handhaben ist. Alle Bürgerinnen und Bürger werden ab Jänner 2017 jeweils am Monatsende gebeten, die in diesem Monat akkumulierte Pfuschsteuer selbstständig zu berechnen, auf den Cent genau abgezählt in ein Kuvert zu stecken und dieses sodann an das jeweils zuständige Finanzamt zu schicken. Mit dieser Vorgehensweise muss der Besteuerte mit keinerlei finanzrechtlichen Konsequenzen rechnen und außerdem umgehen wir damit jegliche Datenschutzbedenken.“

Das BMF erwartet sich übrigens durch die neue Steuer jährlich Einnahmen im Ausmaß von 2-3 Mrd. Euro. Freuen dürfte sich wahrscheinlich auch Post Generaldirektor Dr. Georg Pölzl, der bei der Briefzustellung mit Mehreinnahmen im oberen dreistelligen Millionenbereich rechnet.

Wenn Sie in Zukunft also wieder einmal vom Handwerker keine Rechnung brauchen, dann vergessen Sie jedenfalls nicht, sich die 10% fürs Monatsende zu notieren, Sie wollen ja hoffentlich den Staat nicht um seinen Anteil bringen!

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