Längere Lebens­er­wart­ung von Frauen: Ursache geklärt

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Lange schon waren Forscher dem Rätsel auf der Spur, warum Frauen im Allgemeinen eine wesentlich längere Lebenserwartung haben als Männer. Während in Österreich das Durchschnittsalter der Frauen bei annähernd 83 Jahren liegt, segnet die Männerwelt im Mittel bereits mit 77,5 Jahren das Zeitliche. Englische Wissenschafter dürften nun die tatsächliche Ursache für diesen gravierenden Unterschied gefunden haben: Putzen!


Bisher waren in erster Linie die unvorteilhaften Lebensgewohnheiten der Männer als Ursache für die Ungleichheit bei der Lebensdauer angesehen worden: Männer ernähren sich üblicherweise weniger gesund, sie essen zu viel Fleisch und zu wenig Fisch, Obst und Gemüse, sie trinken gerne einen über den Durst und greifen auch häufiger zur Zigarette als Frauen. Doch mit dieser Theorie räumt eine Studie der Universität Cambridge nun auf. Darin heißt es, dass Männer mit diesen Mehrbelastungen grundsätzlich auf Grund ihrer robusteren Physis locker zureckt kommen. Was Frauen tatsächlich eine höhere Lebenserwartung beschert, sei schlicht das in einem Haushalt übliche Putzen.

Studien-Mitautorin Prof. Gwenda Bloomfried: „Das Putzen verbindet gleich mehrere Faktoren, die sich vorteilhaft auf unseren Körper auswirken. Erstens ist es die Bewegung, die mit dem Putzen einhergeht und teilweise an die Belastungen in einem Fitnessstudio herankommt. Zweitens sind es die Putzmittel, die sich auf Grund ihrere chemischen Bestandteile positiv auf das Immunsystem auswirken, indem sie dieses stimulieren und dadurch den Körper überproportional gegen Stress und Krankheiten jeglicher Art abhärten. Drittens nimmt das Putzen häufig  medidative Charakterzüge an, die sich wohltuend auf unsere Psyche auswirken, uns abschalten und Probleme des Alltags zur Seite schieben lassen. Und zuguter Letzt ist es das unmittelbare Erfolgserlebnis, denn schon mit wenig Aufwand lassen sich beim Putzen oft in kürzester Zeit erkennbare Ergebnisse erzielen. Im Vergleich dazu kann es bei anderen Tätigkeiten, zum Beispiel beim Joggen, oft wochen-, wenn nicht sogar monatelang dauern, bis sich erste Ergebnisse bemerkbar machen.“

Lassen die Erkenntnisse der Studie den Rückschluss zu, dass Personen, die in der Reinigungsbranche tätig sind, mit einem außergewöhnlich hohem Alter rechnen können? Prof. Gwenda Bloomfried: „Leider nein. Wie meist im Leben kommt es auf eine ausgewogene Dosis an. Bei Menschen, deren Beruf das Putzen ist, steigt die körperliche Beanspruchung auf ein Maß, das schon wieder zuviel des Guten ist und sehr oft in irreversiblen Beschwerden des Bewegungsapparates mündet. Auch das den Chemikalien in den Putzmitteln dauerhafte Ausgesetztsein wirkt sich bei diesen Personen letztlich schädigend auf den Körper aus und hat nicht mehr den stimulierenden Effekt, der bei haushaltsüblichen Mengen auftritt. Und zu guter Letzt fördert die monotone Tätigkeit, der Personen mit berufsmäßiger Putzausübung ausgesetzt sind, häufig depressive Neigungen. Alles zusammen also Faktoren, die die Lebenserwartung sogar gegenüber dem Durchschnitt sinken lassen.“

Gerade weil Personen aus der Reinigungsbranche bei der Lebenserwartung nicht überdurchschnittlich hervorgestochen haben, sondern im Gegenteil sogar darunter lagen, sei man lange Zeit nicht davon ausgegangen, dass sich Putzen vorteilhaft auf die Lebensdauer auswirken könnte. Erst die durchgeführte Langzeitstudie habe diesen Widerspruch aufklären können und den positiven Effekt bei dosierter Anwendung aufgezeigt.

Was konkret bedeutet die Studie nun für die Männerwelt? Einerseits erteilt sie den Männern einen Freibrief, was ihre ungesünderen Lebensgewohnheiten betrifft. Der männliche Körper ist dafür entsprechend robuster ausgestattet. Andererseits ist sie ein Appell an die Herren der Schöpfung, im Haushalt gehörig mit anzupacken, um bei der Lebenserwartung den Vorsprung der Frauen wett zu machen. Es sollte allerdings nun nicht die Situation eintreten, dass künftig ein Gerangel darüber entsteht, wer in der kommenden Woche zu Kübel, Putzlappen und Besen greifen darf. Die Studienautoren empfehlen auch hierfür eine ausgewogene Mischung, sozusagen ein gerechtes Halbe:Halbe.

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