Twitter am Limit: Donald Trump vor der Wahl

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Damit hatten die Gründer der Kommunikationsplattform wohl in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet: Der angehende amerikanische Präsident Donald Trump kann sich einen Tag ohne sein Lieblingsspielzeug nicht mehr vorstellen und twittert rund um die Uhr über sich und die Welt. Dem Unternehmen könnte eigentlich nichts besseres passieren, möchte man meinen! Doch mit seinen Nonstop-Tweets und den schier endlosen Folgern bringt er das soziale Netzwerk an seine Grenzen. Und Donald Trump wird vor die Wahl gestellt: Entweder er schränkt seine Twitter-Beiträge drastisch ein oder der Mikrobloggingdienst ist gezwungen, drei neue Rechenzentren in Mexiko zu erbauen.


Twitter Erfinder Jack Dorsey schildert, mit welch dramatischen Problemen das Unternehmen seit rund einem Jahr zu kämpfen hat: „Die Rechenleistung, die mittlerweile erforderlich ist, um Donald Trumps Tweets zu bewältigen, ist gigantisch. Einerseits müllt der Präsident unseren Dienst häufig im Minutentakt zu. Und andererseits müssen wir den getweeteten Mist dann auch noch an mittlerweile fast 20 Millionen Follower weiterleiten. Mit der bestehenden Infrastruktur zwitschern wir schon seit geraumer Zeit aus dem letzten Loch. Es besteht jederzeit die akute Gefahr, dass unsere Webserver zusammenkrachen!“

Da Twitter nach wie vor einen Riesenschuldenberg vor sich herschiebt und noch immer keine Gewinne schreibt, ist das an der Börse notierte Unternehmen aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, die dringend benötigten zusätzlichen Rechenzentren im benachbarten Mexiko zu errichten. Denn dort macht das Lohnniveau einen Bruchteil des amerikansichen aus. Die Alternative wäre, Donald Trumps Twitter Account so einzuschränken, dass nur noch einmal pro Woche ein Tweet abgesetzt werden kann.

Rein rechtlich wäre die Einschränkung des Präsidenten-Accounts laut Aussagen von Twitter-Mitbegründer Biz Stone kein Problem: „Donald Trumps Tweets überstürzen sich regelrecht, so dass unsere automatischen Sicherheitsmechanismen immer wieder Alarm schlagen, in der Annahme, dass Hacker versuchen, unseren Dienst mittels Denial-of-Service-Attacke lahm zu legen. Außerdem enthalten seine Tweets ununterbrochen Ausdrücke und Sätze, die unsere semantischen Prüfalgorithmen überfordern, sodass es bereits mehrfach zu Systemabstürzen im zentralen Rechenzentrum gekommen ist. Donald Trump bedeutet für unser System somit ein absolutes Sicherheitsrisiko. Und in den AGBs ist klipp und klar geregelt, dass wir in so einem Fall restriktive Maßnahmen ergreifen können.“

Donald Trump steht also neuerlich vor einer Wahl: Entweder er tweetet nur noch einmal wöchentlich – und verzichtet dabei auf sämtliche politischen Unkorrektheiten. Oder er akzeptiert zähneknirschend, was er bei den Automobilkonzernen bisher scheinbar ganz locker verhindern konnte: eine Auslagerung von Arbeitskräften in Billiglohnländer wie Mexiko.

Mag sein, dass Donald Trump ein Sicherheitsrisiko für Twitter darstellt. Doch wir wollen gar nicht wissen, welches Sicherheitsrisiko der Mann bedeutet, wenn man ihm sein Spielzeug wegnimmt. Der künftige amerikanische Präsident hat schon öfter seine Meinung geändert, hoffentlich findet er in Kürze, dass Mexiko eigentlich ein geiles Land ist, mit dem Amerika seit eh und je die freundschaftlichsten Handelsbeziehungen gepflegt hat!

 

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