Kaum Eiweiß im Eiweiß

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Die Leidensgeschichte vom Spinat ist vielen von uns aus ihrer Kindheit in bester – oder sagen wir lieber schlechter – Erinnerung: Viele Jahre lang wurden Kinder mit dem grünen Blattgemüse traktiert, weil es hieß, es sei auf Grund seines hohen Eisengehalts enorm gesund. Wie sich zum Leidwesen vieler Kids erst viel später herausstellte, hatte sich irgendein Dilettant von der Lebensmittelbehörde beim Eisenwert um eine Kommastelle geirrt – und so jahrelang für grünbreiige Höllenqualen gesorgt, gegen die auch Popey der Seemann nicht wirklich etwas ausrichten konnte.


Für all jene, die das morgendliche Frühstücksei schon nicht mehr sehen können oder denen beim Anblick von Spiegelei gleich schlecht wird, heißt es jetzt aufatmen, denn Wissenschafter der ‚University of California, Berkeley‘ sind offenbar einem weiteren Mega-Irrtum auf die Schliche gekommen: Hühnereier enthalten bei weitem nicht so viel Eiweiß wie bisher gedacht!

Professor Dr. Cal Schwarzer, der seine Entdeckung in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins ‚Nature‘ veröffentlichte: „Wenn man ein hartgekochtes Ei schält, könnte man meinen, der Dotter im Zentrum sei von einer Riesenmenge Eiweiß umgeben. Aus diesem Grund ist wahrscheinlich noch nie jemand auf die Idee gekommen, bei Eiern den tatsächlichen Eiweiß-Gehalt zu messen. Jeder ging offenbar davon aus, dass Eier eine einzige Eiweißbombe seien.“

Durch einen reinen Zufall sei im Labor anstatt einer Avocado erstmals der Eiweißgehalt eines Hühnereis gemessen worden und dabei die sensationelle Entdeckung gemacht worden: In dem 100 Gramm-Hühnerei seien geradezu läppische 12 Gramm Eiweiß festgestellt worden! Zum Vergleich: Goji Beeren liegen mit 11,7 Gramm Eiweiß nur ganz knapp darunter, Tofu übertrifft mit 15,5 Gramm bereits ganz klar den Messwert von Hühnereiern.

Cal Schwarzer: „Wenn Sie eiweißreiche Nahrung zu sich nehmen wollen, dann können Sie die Anti-Eiweiß-Eier in Zukunft vergessen! Am besten gönnen Sie sich ein Steak, bestreuen es reichlich mit Parmesan und essen einen Linsensalat dazu.“

Um die Eiweiß-Lüge von Eiern möglichst rasch aus der Welt zu schaffen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, das Eiweiß im Ei nicht länger als solches zu bezeichnen. Für den deutschen Sprachraum bietet sich der Begriff ‚Weißei‘ an, anhand dessen ab sofort mit dem Eiweiß-Schmäh aufgeräumt werden soll.

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