Totalausfall Linzer Haupt­bahnhof: ÖBB rüsten als Konsequenz auf Dampfloks um

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Wie verwundbar und abhängig unsere Gesellschaft durch die moderne Technik mittlerweile geworden ist, zeigte sich unlängst bei einem Kabelbrand am Hauptbahnhof in Linz: Das Feuer hatte in einem unterirdischen Kabelschacht die Stromversorgung des Bahnhofs gekappt und diesen über mehrere Stunden für den gesamten Nah- und Fernverkehr lahmgelegt. Die ÖBB haben in einer Krisensitzung überraschend schnell die Lehren aus diesem Vorfall gezogen und wollen bereits ab kommender Woche damit beginnen, sukzessive ihre Züge auf Dampflokomotiven umzurüsten.


ÖBB-Sprecherin Chris Lohner informierte in einer eigens einberufenen Pressekonferenz über die Beweggründe der geplanten Maßnahme: „Monokulturen haben sich schon in der Landwirtschaft nicht wirklich bewährt, denn sie bringen jede Menge Nachteile mit sich. Mit unserer praktisch ausschließlich auf Elektrizität ausgelegten Bahn-Flotte wurde uns beim Linzer Total-Blackout drastisch vor Augen geführt, welch anfällige Strategie die ÖBB mit dieser eingleisigen Ausrichtung fahren.“

Man werde daher rasch dazu übergehen, insbesondere im Fernverkehr wieder vermehrt auf die gute alte Dampflok zu setzen. Chris Lohner: „Bestimmte Modelle erreichen Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 175km/h und sind daher bestens geeignet für den Einsatz bei ICE- und Railjet-Verbindungen. Wir haben bereits erste Schritte unternommen, um Leihgaben an diverse Museen rückgängig zu machen. Wenn alles nach Plan läuft, können bereits nächste Woche zwei Loks aus dem Technischen Museum in Wien auf der Westbahnstrecke ihren Betrieb aufnehmen.“

Ähnlich wie in den USA unter Donald Trump könnte somit auch in Österreich die Kohle eine Rennaissance erleben. Bei 400.000 Fahrkilometern pro Tag dürfte der Bedarf an Kohle bei den ÖBB nicht ganz unbeträchtlich sein. Chris Lohner auf die Frage, ob auch Dieselloks künftig häufiger zum Einsatz kommen werden: „Diesel ist zuletzt stark in Verruf gekommen. Ein Blick nach London beispielsweise zeigt, wie massiv Dieselfahrzeuge dort die Umwelt belasten. Wir von den ÖBB wollen uns sicher nicht den Vorwurf machen lassen, den Klimaschutz außer Acht gelassen zu haben. Diesel kommt für uns daher auf keinen Fall in Frage!“

Der Fahrpreis dürfte laut Auskunft der ÖBB vorerst noch gleich bleiben. Doch Fahrgäste sollten eine Bahnreise mit den ÖBB lieber bald einplanen, denn nach einer kurzen Eingangsphase ist damit zu rechnen, dass ein Nostalgie-Aufschlag zum aktuellen Tarif hinzkommen wird. Ob sich der Werbeslogan nun auf die neuen Dampfloks oder den künftigen Ticketpreis bezieht, sei dahingestellt – die Bundesbahn wird ihrem Spruch jedenfalls vollauf gerecht: ‚Jetzt kommt Bewegung rein!‘

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