ASFINAG: Spontan-80er auf Autobahn voller Erfolg

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So mancher Autofahrer wird sich wahrscheinlich schon gewundert haben: Auf der Südautobahn bei Wr. Neustadt in Richtung Wien hatte die ASFINAG eine baustellenfreie 80er-Zone samt Radarüberwachung installiert. Bei diesem Spontan-80er, wie die Zone ASFINGA-intern genannt wird, handelt es sich um ein Pilotprojekt zur Erhöhung der Verkehrssicherheit, das gemeinsam mit dem Finanzministerium durchgeführt wird. Rund einen Monat nach Beginn der Testphase liegen nun erste Ergebnisse vor – und diese übertreffen sämtliche Erwartungen!


ASFINAG-Firmensprecher Norbert Unterköfler fasst den bisherigen Projektverlauf folgendermaßen zusammen: „An Spitzentagen haben wir bis zu 1500 Anzeigen pro Tag erreicht. Das ist der absolute Wahnsinn, wir hatten gerade einmal mit 100 bis 150 gerechnet. Obwohl die ASFINAG von den verhängten Strafgeldern nur 80% erhält, haben wir in der einmonatigen Testphase bereits mehr als eine Million Euro eingenommen. Da beim Autobahn-Vignetten-Verkauf nicht wirklich viel zu holen ist, sind wir von dieser neuen Einnahmequelle natürlich restlos begeistert. Wir gehen davon aus, dass sich der Spontan-80er bei einer Ausweitung auf ganz Österreich zu einer richtigen Cashcow für die ASFINAG entwickeln könnte!“

Im Finanzministerium, auf dessen Initiative das gemeinsame Projekt mit der ASFINAG zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zustande gekommen ist, sieht man sich mit den vorliegenden Zahlen bestätigt. Roland Kranebitter, Experte für Finanzverkehr und auf Seiten des BMF für das gemeinsame Projekt mit der ASFINAG verwantwortlich, im Gespräch mit der Entenpost: „Gerade Pendler verfallen oft dem Irrglauben, auf Grund der guten Kenntnis der Strecke alles im Griff zu haben. Doch die Monotonie, die mit den wiederkehrenden Tagein-Tagaus-Fahrten einhergeht, birgt ein enormes Gefahrenpotential in sich. Mit dem Spontan-80er wollen wir die fehlende Aufmerksamkeit der Autofahrer wieder zurückgewinnen. Und die zahlreichen Reaktionen zeigen ganz klar, dass uns dieses Ziel gelungen ist.“

Auf die Kritik, dass Tempo-80 auf Autobahnen sonst nur im Baustellenbereich üblich sei, werde man bei der flächendeckenden Ausrollung auf das gesamte Autobahnnetz in Österreich reagieren, so ASFINAG-Sprecher Unterköfler: „Sie kennen sicherlich noch von früher diese Polizisten-Attrappen, die gelegentlich bei der Einfahrt ins Ortsgebiet aufgestellt waren. Wir haben den Hersteller ausfindig gemacht und zwei schaufelnde Bauarbeiter und eine Mischmaschinen-Attrappe bestellt. Bei Bedarf können wir auch noch ein paar Baufahrzeuge hinstellen, die bei uns ohnehin nur in der Garage herumstehen. Das sollte dafür sorgen, dass die Emotionen bei den Autofahrern rausgenommen werden und letztlich ebenfalls zu mehr Sicherheit beitragen.“

Um einen gewissen Gewöhnungseffekt zu vermeiden, werden die österreichweiten Spontan-80er in regelmäßigen, kurzen Abständen immer wieder neu positioniert. Für einen maximalen Sicherheitseffekt werden die Beschränkungstafeln samt Radarkameras vorwiegend in Gefahrenzonen – insbesondere wenig einsichtigen Kurven und Strecken, die fürs Rasen bekannt sind – aufgestellt.

Auf Grund des großen Erfolgs auf der Südautobahn waren bei den Projektverantwortlichen kurz auch Spontan-60er im Gespräch, doch die zu erwartende höhere Anzahl an Führerscheinabnahmen wäre letztlich kontraproduktiv gewesen, weshalb man bei der ASFINAG weiterhin voll und ganz auf den erfolgreichen Spontan-80er setzen wird.

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