MERKUR Markt: Veganer Bereich samt eigenem Eingang

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Groß war die Aufregung, als bekannt wurde, dass es in Limburg an der Lahn (Hessen) einer Veganerin nach Intervention beim Bürgermeister gelungen war, die Melodie ‚Fuchs du hast die Gans gestohlen‘ aus dem Spielplan des örtlichen Glockenspiels zu streichen. Der Frau bereitete insbesondere die Textzeile ‚Sonst wird dich der Jäger holen, mit dem Schießgewehr‘ Unbehagen während ihrer Arbeitszeit in einem dem Glockenspiel nahegelegenen Büro. So bizarr der Fall aus Deutschland anmuten mag, einem Salzburger Veganer dürfte nun ein noch größerer Erfolg bei der Supermarkt-Kette Merkur beschieden gewesen sein: Die Rewe-Tochter gab dem Drängen des Kunden nach und gestaltete seine Filiale in der Stadt Salzburg um, so dass nun ein separater Bereich für Veganer samt eigenem Eingang zur Verfügung steht.


Die Presse-Sprecherin von Merkur Österreich, Sybille Wagner, bestätigt auf Anfrage der Entenpost die Adaptierung in der Filiale in der Fürbergstraße in der Stadt Salzburg: „Die vegane Produktpalette ist mittlerweile so groß geworden, dass es wirtschaftlich vertretbar war, den gesamten Merkur Markt in einen veganen und einen nicht-veganen Bereich zu trennen. Beide Teile sind durch eine Schiebetür mit entsprechenden Warnhinweisen voneinander getrennt. Alltagsprodukte wie Waschmittel, Hygieneartikel, Zeitschriften etc. befinden sich im veganen Bereich, da es dieser Kundschaft natürlich nicht zumutbar ist, in den nicht-veganen Bereich zu wechseln. In einem minderheitenfreundlichen Land wie Österreich sind wir uns ziemlich sicher, mit dieser Trennung auf großes Verständnis bei den restlichen Kunden zu stoßen.“

Albin Grünschuster, auf den die Initiative zurückgeht, zeigt sich erleichtert, dass der Mekur Markt seinem mittlerweile langjährigem Drängen nachgegeben hat: „Es ist praktisch unmöglich, durch einen Supermarkt zu gehen, ohne an einem Fleischregal, dem Abteil für Katzen- und Hundefutter oder gar an dem schier endlosen Kühlfach mit Milchprodukten vorbei zu kommen. Als Veganer kommt dir da naturgemäß jedes Mal das Speiben – und nicht selten habe ich tatsächlich meine zuvor gespeisten Soja- oder Tofuleibchen dort zurücklassen müssen. Das ist natürlich weder für die Angestellten noch für mich ein schönes Erlebnis! Das gehört nun Gott sei Dank der Vergangenheit an. Was ich an dem veganen Bereich außerdem sehr schätze: Ich bin jetzt mit dem Einkauf viel schneller fertig, weil ich nicht mehr durch den gesamten Markt hatschen muss. Und das Beste: An der veganen Kasse gibt es praktisch nie eine Schlange!“

„Damit die veganen Kundinnen und Kunden erst gar nicht mit dem nicht-veganen Bereich in Berührung kommen, gibt es vorerst einen eigens gekennzeichneten Eingang für Veganer“, erklärt die Presse-Sprecherin weiter im Gespräch mit der Entenpost. „Vorerst deshalb, weil wir uns gut vorstellen können, dass künftig der Haupteingang in den veganen Bereich führt, während der Nebeneingang für den nicht-veganen Teil genutzt wird. Und beim Parkplatz gibt es bereits Überlegungen, ob wir nicht die Behindertenparkplätze auch für Veganer zulassen. Immerhin sagt man ja heutzutage politisch korrekt ‚Leute mit besonderen Bedürfnissen‘ – was zweifelsohne für Veganerinnen und Veganer zutrifft!“

Ob die Schiebetür videoüberwacht wird, um zu vermeiden, dass sich beispielsweise jemand mit Leberkäsesemmel in den veganen Bereich verirrt, wird derzeit evaluiert. In einer zweimonatigen Testphase wird außerdem erhoben, wie gut die Trennung insgesamt bei den Kunden ankommt. Sollte das Modell aus der Stadt Salzburg gut angenommen werden – wonach es derzeit ganz klar aussieht – könnten bald sämtliche Merkur Märkte in Österreich folgen. Die Supermarkt-Kette wird also ihrem Motto ‚So macht man sich Freunde‘ einmal mehr vollauf gerecht!

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