Fluchen statt Glyphosat: Unkraut­freier Garten – ganz ohne Jäten und Pestizide

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Dass Pflanzen auf Schall reagieren, ist so gut wie jedem Hobby-Gärtner hinlänglich bekannt. Bis zu 500 Gramm Mehrertrag erhält man beispielsweise bei Tomaten, wenn man diesen täglich gut zuredet. Deutsche Wissenschafter aus Jena haben nun herausgefunden, dass das genaue Gegenteil ebenfalls funktioniert: Beschimpft oder macht man Pflanzen so richtig zur Sau, gehen sie k.o. und sterben ab. Diese Erkenntnis könnte die Unkrautbekämpfung revolutionieren und es ermöglichen, im hauseigenen Garten und in der konventionellen Landwirtschaft ganz ohne Herbizide – wie beispielsweise dem höchst umstrittenen Glyphosat – auszukommen.


Professor Jan Van den Brink vom Institut für Spezielle Botanik der Friedrich-Schiller-Universität Jena erläutert, wie es zu der Studie gekommen war: „Wir haben eigentlich fix damit gerechnet, dass der Einsatz von Glyphosat in der EU nicht mehr verlängert wird. Deshalb haben wir schon vor zwei Jahren begonnen, uns Gedanken zu machen, wie man Unkraut mit alternativen Methoden bekämpfen könnte. Neurologen beschäftigen sich bereits seit einiger Zeit mit Pflanzen und ihren positiven Reaktionen auf Lob und freundliches Zureden. Diese Studien haben wir für unsere Zwecke angepasst und untersucht, ob beispielsweise Unkraut durch kräftiges Fluchen bzw. Beschimpfen zu welken beginnt und letztlich dadurch vernichtet werden kann.“

Die Forschungsarbeit wäre mangels anfänglicher Erfolge beinahe eingestellt worden. Van den Brink: „Einerseits ist es sogar für Botaniker nicht immer leicht, die oft sehr ähnlichen Unkrauttypen voneinander zu unterscheiden. Wenn man beispielsweise einen Gefleckten Schierling niederschreit, in Wirklichkeit aber ein Giersch vor einem wächst, bleibt die ganze Brüllerei praktisch wirkungslos. Andererseits war unsere Wortwahl offenbar nicht kräftig genug, so dass wir uns extra Kollegen aus Paris und Wien kommen ließen, die auf diesem Gebiet ja bekanntlich Experten sind. Das hat letztlich den Durchbruch gebracht: Ich werde nie vergessen, wie beim Kollegen aus Wien innerhalb weniger Minuten der Löwenzahn wie vom Schlag getroffen am Boden lag!“

Wer künftig ohne lästiges Jäten bzw. ohne den Einsatz von Chemikalien dem Unkraut zu Leibe rücken – und dabei gleichzeitig Stress abbauen – möchte, dem sei ans Herz gelegt, ordentlich Dampf abzulassen und dem vermaledeiten Wegerich & Co. so richtig einzuschenken. Wer sich dazu selbst außerstand fühlt, kann dies auch mittels der CD ‚Geh scheißn, Monsanto!‘ erledigen, die gerade von der Uni Jena in Kooperation mit dem Wiener H.C. Artmann Literatur-Institut aufgenommen wird. Aber halten Sie währenddessen sicherheitshalber Ihre Kinder fern – so manches davon ist definitv nicht jugendfrei!

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