Jugend bleibt aus: Kirchen künftig mit Gratis-WLAN ausgestattet

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Zu Ostern war das Ausbleiben der Jugend in den Kirchen ganz Europas unübersehbar: Waren die Reihen ohnehin schon eher spärlich besetzt, suchte man die junge Generation unter den verbliebenen Kirchgängern meist vergeblich. Die Katholische Kirche dürfte bei der Suche nach einem Stopp dieses Trends nun fündig geworden sein: In einem Pilotversuch werden die Gotteshäuser im deutschsprachigen Raum flächendeckend mit Gratis-WLAN ausgestattet, um so die Jugendlichen wieder vermehrt für den Gang in die Kirche zu gewinnen.


Kardinal Christoph Schönborn stellte die WLAN-Aktion ‚Ohne Draht zu Gott‘ im Rahmen der Präsentation der Ergebnisse der diesjährigen Bischofskonferenz der Öffentlichkeit vor: „Wir haben eine Studie in Auftrag gegeben, die ausfindig machen sollte, was Jugendliche heutzutage anspricht. Dabei hat sich gezeigt, dass Einkaufszentren und Hotspots wie beispielsweise der Westbahnhof bei der Jugend deshalb so beliebt sind, weil dort Gratis-Internet angeboten wird. Wir wollen den Jugendlichen mit unserer Aktion in Zukunft die Möglichkeit geben, auch bei uns in der Kirche abzuhängen und hier ein paar chillige Stunden zu verbringen.“

Dabei sei jeder aufs herzlichste willkommen, egal ob Katholik, Freidenker oder von einer anderen Konfession. Völlig uneingeschränkt wird der Drahtlosnetzwerk-Zugang allerdings nicht sein: Eine Fegefirewall soll dafür sorgen, dass bestimmte Inhalte aus dem Hause Gottes draußen bleiben. Kardinal Schönborn: „Wir wollen einerseits natürlich eine gewisse Toleranz an den Tag legen. Aber Witze über die katholische Kirche oder gar den Heiligen Vater sind ganz klare No-Gos. Auch Websiten von anderen Religionsgemeinschaften oder gar von Sekten kommen für uns verständlicherweise nicht in Frage. Jeder Zugriff wird daher geprüft und unterliegt gewissermaßen dem Urteil eines digitalen Inquisitors.“

Die Frage zur Finanzierung der Aktion beantwortete der Kardinal folgendermaßen: „Die Kirche pfeift finanziell bekanntermaßen aus dem letzten Loch. Um sich das Gratis-WLAN in unseren Pfarren leisten zu können, bieten wir den Gläubigen zusätzlich zum Messstipendium ab sofort die Möglichkeit, unsere Aktion ‚Ohne Draht zu Gott‘ mit Bitcoins zu unterstützen. Selbstverständlich sind Spenden dieser Art von der Steuer absetzbar. Und sie werden natürlich von der Kirche als Almosenablass anerkannt.“

Bei den Jugendlichen stößt das Vorhaben der Kirche auf ein vorsichtig positives Echo. Laut einer Blitzumfrage unter 700 Teenagern wollen rund 82% das Angebot zumindest ausprobieren. Der Erfolg der Aktion hänge allerdings in erster Linie von der Download-Geschwindigkeit und der Zuverlässigkeit des angebotenen Gratis-Drahtlosnetzwerkes ab. Die Kirche ist daher gut beraten, besser gleich von vornherein in superschnelle WLAN-Router zu investieren: Denn sollten YouTube, Instagram & Co. nicht mit ordentlichem Tempo abrufbar sein, dann dürfte der Draht zu Gott für diese Generation wohl endgültig den Jordan runter gegangen sein.

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