Englische Kleinstadt ’not amused‘: Wem interessiert das in Wahrheit überhaupt nicht!

Wem interessieren all die Artikel auf Facebook & Co. überhaupt nicht
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Sie ist eine kleine, beschauliche Stadt in den West Midlands mitten in England: Wem, 5000-Seelengemeinde in der englischen Grafschaft Shropshire, rund 17 Kilometer von Shrewsburry entfernt. Doch mit der Beschaulichkeit ist es mittlerweile vorbei, den Einwohnern von Wem reicht es gehörig. Und die Bürgermeisterin stellt ein für allemal klar: Wem interessieren Dschungelcamp, Society-Klatsch und die Meinung von Felix Baumgartner in Wahrheit überhaupt nicht!


Nimmt man den umgefallenen Sack Reis in China, der in den Kommentaren der sozialen Medien gerne als Metapher für unwichtige Ereignisse verwendet wird, als Maßstab dafür, wieviele Nachrichten tatsächlich von Bedeutung sind, käme das Internet wohl auch mit der Hälfte der veröffentlichten Inhalte aus.

Ob Trennungsgerüchte von Celebrities, royale Hochzeiten, Babyalarm bei Promis, von denen man zuvor noch nie gehört hat, geistige Ergüsse von Möchtegern-Influencern wie Felix Baumgartner oder einfach nur die mediale Aufmerksamkeit für gewisse Politiker, die längst von der Bildfläche verschwunden hätten sein müssen: Die Nachrichten auf Facebook & Co. quellen über mit Meldungen, die eigentlich nicht wirklich interessieren!

Und obwohl die wenigsten hierzulande die englische Kleinstadt Wem auch tatsächlich kennen, hat sich die Gemeinde in Shropshire zuletzt immer mehr zum geflügelten Wort gemausert: ‚Wem interessiert das!!!‘ wird laut Medienanalyse von Hoaxpost Research mittlerweile bereits häufiger als das Bild vom umgefallenen Sack Reis in China verwendet, um auszudrücken, dass einem eine Meldung aber sowas am Arsch vorbeigeht!

Mitverantwortlich dafür dürfte insbesondere die neueste Staffel des Dschungelcamps sein, dessen Berichterstattung den Einsatz der Phrase ‚Wem interessiert das!!!‘ geradezu explodieren ließ. Was wiederum bei den Einwohnern von Wem endgültig das Fass zum Überlaufen bringen ließ, hat doch in dieser Stadt so gut wie niemand zuvor von ‚Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!‘ je gehört, geschweige denn möchte jemand aus der Gemeinde mit dieser Reality-Show in Verbindung gebracht werden.

Wems Bürgermeisterin Cathy Frankfarther sah sich schließlich zu folgender Klarstellung und Warnung genötigt: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass so eine Sendung tatsächlich jemanden interessiert – Wem jedenfalls definitiv nicht!“ Sollten diese ungeheuerlichen Unterstellungen in den sozialen Medien nicht ehebaldigts eingestellt werden, werde man notfalls rechtliche Schritte wegen Ehrenbeleidigung und übler Nachrede in die Wege leiten, so die Bürgermeisterin.

Für Facebook-, Twitter- und Instagram-User heißt es ab sofort aufgepasst: Bei aller Wertschätzung für den Dativ – eine fälschliche Verwendung könnte nämlich schon bald richtig teuer werden!