Kontrast­pro­gramm im Urlaub: Beamter startet bei Race Across America

Bild-Quelle: Kayvz in der Wikipedia auf Englisch, CC BY 2.5, Link

Für die meisten Menschen bedeutet Urlaub Abschalten, Entspannen oder eine Pause vom Stress und dem täglichen Wahnsinn im Büro. Nicht so für Armin B., Beamter bei der niederösterreichischen Landesregierung. Er sucht kommendes Jahr ein Kontrastprogramm zu seiner Tätigkeit im Amt und pfeift auf noch mehr Entspannung im Urlaub: Armin B. tauscht Ärmelschoner gegen Radtrikot und nimmt am Race Across America (RAAM) teil!


Der 42-Jährige schildert im Gespräch mit der Entenpost, wie es zur Idee mit einem Start beim RAAM gekommen ist: „Ich hab‘ da kürzlich im Büro in der Zeitung von einer Studentin gelesen, die in ihren Ferien zur Aussteigerin wird und den Sommer auf der Alm verbringt. Da hab‘ ich mir gesagt, ich könnt im Urlaub auch mal etwas Abwechslung gebrauchen. Am Strand auf Korfu hatte ich ohnehin nie so wirklich das Gefühl einer echten Veränderung gegenüber meinem Büroalltag! Ich wollte einfach mal meine vollen Batterien im Urlaub richtig entladen. So kam’s dann zu dieser Idee: Statt beruflichem Aufstieg steig ich einfach im Urlaub für ein paar Tage aufs Rad und geb mal richtig Gas!“

Armin B. bereitet sich bereits intensivst auf das Rennen vor und freut sich, dass sein Vorhaben bei den Kolleginnen und Kollegen auf großes Interesse stößt: „Letztens waren wir unglaubliche 23 Personen, als wir die optimale Route für die 4800 Kilometer quer durch Amerika diskutiert haben. Wir mussten sogar in ein größeres Besprechungszimmer wechseln! Meine Kollegen unterstützen mich wirklich, wo es nur geht und fiebern dem Ereignis manchmal fast schon mehr entgegen als ich selbst.“

Beim Wettbewerb, wer den meisten Kaffee verträgt – eine extrem wichtige Vorbereitung für das Rennen, um länger wach bleiben zu können – finden sich glücklicherweise unter den Kollegen immer wieder neue Herausforderer. Und auch beim genauen Gegenteil – so rasch als möglich in Tiefschlaf zu verfallen, um mittels Powernapping innerhalb kürzester Zeit wieder zu Kräften zu gelangen – kommt es regelmäßig zu abteilungsübergreifenden Duellen mit dem angehenden Extremradler.

Das ‚Projekt‘ hat sich mittlerweile in der gesamten Landesregierung herumgesprochen und ist auch bis zu Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vorgedrungen. Diese zeigte sich begeistert über den ‚plötzlich ausgebrochenen Enthusiasmus in ihren Amtsstuben‘ und hat zugesagt, Armin B. mit einem blau-gelben NÖ-Fahrradhelm sponsorn zu wollen. Und sollte sein Rennen wider Erwarten länger dauern als geplant, dann werde man ein Auge zudrücken und einem Sonderurlaub keine bürokratischen Hürden in den Weg legen.

Bei soviel Elan, akribischer Vorbereitung und Unterstützung wird sich der Vierfach-RAAM-Champion Christoph Strasser 2018 jedenfalls warm anziehen müssen!

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