Carlo Ancelotti: ‚Na das hat vielleicht gedauert!‘

Bild-Quelle: Doha Stadium Plus Qatar Fotografie: Mohan (www.dohastadiumplusqatar.com) – Flickr: Carlo Ancelotti, CC BY 2.0, Link

Nach der Trennung des FC Bayern München von Carlo Ancelotti zeigte sich der Ex-Trainer höchst verwundert darüber, wie lange es gedauert hat, bis der Club endlich die Reißleine gezogen habe. Eigentlich von Anfang an habe er die Bayern eher lustlos trainiert. Seit geraumer Zeit habe er daher alles versucht, um vorzeitig entlassen zu werden. Doch bis es auch denen in der Führungsriege ganz oben gedämmert hat, dass er null Bock auf den FCB habe, ’sei ganz schön viel Wasser die Isar runter geflossen!‘


Im Interview mit der Entenpost wundert sich Ancelotti über das lange Zuwarten von Hoeneß und Rummenigge: „Wenn ich mich selber feuern hätte können, dann hätte ich das spätestens nach dem Ausscheiden beim Halbfinale im DFB-Cup im April gegen Borussia Dortmund getan. Ein Club, der einigermaßen etwas auf sich hält, der kann doch nicht nach so einer Niederlage einfach zur Tagesordnung übergehen?!“

Zwar habe man in der Saison 2016/17 den Titel mit 15 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten RB Leipzig geholt, aber 82 mickrige Punkte aus 34 Spieltagen sei für eine Mannschaft wie den FC Bayern eine höchst bescheidene Ausbeute. Nach Ansicht von Ancelotti hätte man ihn spätestens zu Saisonende entlassen müssen.

Zu seinem Verdruss sprach das Management dem Trainer allerdings weiterhin das Vertrauen aus und so ging Ancelotti dazu über, nur noch mit versteinerter Miene am Spielfeldrand zu sitzen und höchst fragwürdige Entscheidungen zu treffen: „Im Nachhinein tut es mir für den Thomas Müller natürlich Leid. Aber ich dachte: Hey, wenn du den nicht mehr spielen lässt, dann bist du in München in null komma nix Geschichte und ich habe mein Ziel endlich erreicht!“ Doch der Italiener musste weiter die Trainerbank drücken.

Und wäre mit seinem Latein fast am Ende gewesen: „Also wenn sie nach dem Spiel gegen PSG – mit der Hälfte der Stars auf der Bank oder gar nicht im Kader – noch immer keinen Schlussstrich gezogen hätten, dann wären sogar einem alten Trainerfuchs wie mir die Ideen ausgegangen. Ich hätte wahrscheinlich den Lewandowski im Tor aufstellen müssen, damit irgendwann auch der Letzte kapiert, was Sache ist!“

Doch Ancelottis Taktik ging schlussendlich auf und die Bayern-Bosse hatten ein Einsehen. Ancelotti: „Na das hat vielleicht gedauert!“ Bleibt die Frage, ob es nicht auch an anderer Stelle mal Zeit für eine personelle Erneuerung wäre …

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