Hands-Regel der FIFA zu kompli­ziert: Ab 2018 Hand­ball im Straf­raum erlaubt

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Das vergangene Wochenende hat es wieder einmal zur Genüge offenbart: Die Hands-Regel im Fußball ist eine Zumutung! Weder Zuschauer noch Spieler, auch nicht Fußballexperten und Kommentatoren, ja nicht einmal die Schiedsrichter selbst haben den Durchblick, wann im Strafraum ein Hands zu geben ist oder nicht. Um die endlosen Diskussionen und elendslangen Unterbrechungen auf Grund des Videobeweises künftig zu vermeiden hat die FIFA beschlossen, ab 2018 im Strafraum Handspiel zu erlauben und so künftig auch gleich für mehr Action im Sechzehner zu sorgen.


Die Hands-Regel klingt eigentlich ziemlich einfach: ‚Dem gegnerischen Team wird ein direkter Freistoß zugesprochen, wenn ein Spieler den Ball absichtlich mit der Hand spielt (gilt nicht für den Torwart im eigenen Strafraum).‘ Doch die Diskussionen beginnen bereits bei der Frage, welcher Körperteil überhaupt als Hand gilt und was nicht. Und dass die Entscheidung, wann etwas ein absichtliches Handspiel war, jedenfalls als sehr subjektive Auslegung des Schiedsrichters angesehen werden muss, sorgt ebenfalls immer wieder für höchst emotionale Debatten.

All dem möchte die FIFA ab sofort ein Ende setzen. Dazu FIFA-Präsident Gianni Infantino: „Statt endloser Diskussionen über einen nicht gegebenen Hands-Strafstoß bzw. anstatt minutenlanger Unterbrechungen durch die Konsultationen mittels Video-Beweis wollen wir den Zuschauern Action und Spielfluss im Strafraum bieten. Deshalb dürfen die Kicker ab der Frühjahrssaison 2018 im Strafraum den Ball auch mit der Hand spielen, egal ob angreifende oder verteidigende Mannschaft.“

Die FIFA erwartet sich durch diese Änderung des Reglements nicht nur eine enorme Steigerung und mehr Abwechslung bei den Torszenen, auch die Schiri-Ausbildung sollte sich durch die Neuerung im Regelwerk gut um die Hälfte reduzieren. Sowohl Verteidiger als auch Stürmer werden in Zukunft noch vielseitiger ausgebildet werden müssen, das Koordinationstraining speziell im Jugendfußball dürfte noch mehr als schon bisher in den Vordergrund rücken.

Wenig Freude mit der Regeländerung hat man beim IHF, dem internationalen Handballverband. Dort befürchtet man, dass die Zuschauerzahlen beim Handball weiter zurückgehen könnten, kann man doch künftig im Fußballstadion sowohl Fußball als auch Handball in trauter Zweisamkeit bewundern. Einer freut sich jedoch ganz besonders über die Entscheidung der FIFA: Diego Maradonna! Der ehemalige argentinische Wunderkicker war nicht nur ein begnadeter Fußballer – er bzw. die Hand Gottes waren offenbar seiner Zeit weit voraus!

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