Nach Umwelt­bundes­amt nächster Umzugs­plan: Schloss Schönbrunn übersiedelt ins Waldviertel

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Dass der ‚Masterplan für den ländlichen Raum‘ in den Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und FPÖ eine wichtige Rolle spielt, hat man bereits an den Umzugsplänen für das Umweltbundesamt erkennen können. Dieses soll von Wien ins nahegelegene Klosterneuburg verlegt werden. Nun legt das Verhandlerteam rund um Sebastian Kurz und Heinz-Christian Strache noch ein Schäufelchen nach: Das dem Wirtschaftsministerium unterstellte Schloss Schönbrunn soll samt Gloriette von Wien ins Waldviertel übersiedeln.


Harald Mahrer, ÖVP-Wirtschaftsminister, bestätigt im Interview mit der Entenpost die bereits sehr konkreten Überlegungen: „Das Schloss, die Parkanlagen und die Gloriette werden Stein für Stein sorgfältigst und unter Aufsicht des Bundesdenkmalamtes abgetragen und im Waldviertel wieder zusammengesetzt. Was die genaue Location betrifft, sind wir noch am Verhandeln, aller Voraussicht nach dürfte das neue Schönbrunn jedoch künftig ein Tourismusmagnet im Bezirk Waidhofen an der Thaya werden.“

FPÖ-Tourismussprecher Gerald Hauser erhofft sich von dem Umzug, dessen Kosten auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt werden, eine enorme Belebung des Fremdenverkehrs im Waldviertel: „Während Wien – ähnlich wie Barcelona oder Venedig – in einer Touristenflut versinkt, sterben viele ländliche Regionen regelrecht aus. Wir müssen dem mit innovativen Konzepten begegnen und unsere Heimat in seiner Vielfalt erhalten, koste es was es wolle!“

Wiens Bürgermeister Michael Häupl zeigt sich von den Umzugsplänen zwar nicht begeistert, kann dem Vorhaben aber auch Positives abgewinnen: „Um den sensationellen Schönbrunner Christkindlmarkt-Punsch tut’s mir natürlich leid! Aber es stimmt schon: Mittlerweile steigen sich die Gäste in Wien gegenseitig auf die Zehen, wir müssen schauen, dass Wien nicht zum Mallorca im Städtetourismus mutiert! Eine Attraktion weniger kann hier für eine gewisse Entlastung sorgen. Mir war jedenfalls wichtig, dass zumindest der Tiergarten und seine Viecherln in Wien bleiben!“

Was mit dem frei werdenden Areal im 13. Wiener Gemeindebezirk geschehen soll, ist noch nicht entschieden. Dem Vernehmen nach könnte dort die vom Bundesverwaltungsgericht gestoppte 3. Piste gebaut werden und so für etwas Entlastung am Flughafen Wien-Schwechat sorgen. Das Motto der künftigen Regierung scheint jedenfalls klar zu sein: Es bleibt kein Stein auf dem anderen. Und Fritz Wunderlichs ‚Wien, Wien nur du allein‚ hat sich offenbar ausgeträumt!

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