Als Einziger gegen Rauchverbot-Aus gestimmt: Lugar enttäuscht von ÖVP-Abgeordneten

Bild-Quelle: Ailura, CC BY-SA 3.0 AT, CC BY-SA 3.0 atLink

Mit den Stimmen der beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ wurde am Donnerstag im Nationalrat die Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie, das ursprünglich im Mai 2018 in Kraft treten hätte sollen, beschlossen. Dagegen stimmten die Oppositionsparteien – und Robert Lugar, der als Einziger aus den Reihen von Türkis-Blau für eine Beibehaltung des Gesetzes votierte. Aus Gewissensgründen, wie das FPÖ-Urgestein betonte. Und er zeigte sich tief enttäuscht über die Rückgratlosigkeit jener 28 ÖVP-Mandatare, die noch 2015 für das Inkrafttreten des Verbots gestimmt hätten.


Der Rebell aus den Reihen der Freiheitlichen zu seinem Stimmverhalten: „Ich halte nichts von einem Klubzwang! Wenn sich etwas nicht mit deinem Gewissen vereinbaren lässt, dann musst du dich notfalls auch darüber hinwegsetzen. Als verantwortungsvoller Nationalratsabgeordneter und überzeugter Nichtraucher wollte ich meine Prinzipien nicht verraten und habe daher gegen die eigene Partei und gegen eine Aufhebung des Rauchverbots gestimmt.“

Unterstützung hätte er sich dabei von jenen ÖVP-Abgeordneten erwartet, die noch vor wenigen Jahren das soeben gekippte Gesetz gemeinsam mit der SPÖ beschlossen hätten. Lugar: „Gestern so – und heute plötzlich so! Ja geht’s noch?! Genau jene Volksvertreter, die ihrer Linie nicht treu bleiben, haben es zu verantworten, dass dem Image der Politiker in diesem Land immenser Schaden zugefügt wird.“

Sonja Ablinger von der SPÖ, die einst gewagt hatte, sich dem Klubzwang der Partei zu widersetzen, musste kurz darauf ihren Hut nehmen. Und Daniela Holzinger, die ebenfalls gegen die Linie der SPÖ gestimmt hatte, ist mittlerweile Abgeordnete der Liste Pilz. Robert Lugar auf die Frage, ob er mit einem ähnlichen Schicksal rechnen müsse: „Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich möchte auch weiterhin jeden Abend in den Spiegel schauen können!“ Und er mache sich jedenfalls keine beruflichen Sorgen, ‚denn als Politiker mit einem derart hohen moralischen Anspruch sei er Gott sei Dank in jeder Partei stets willkommen!‘

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