AMS in der Kritik: Alarm­ierend niedrige Arbeits­losen­­zahlen

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Eines der Kernziele aus dem türkis-blauen Regierungsprogramm ist ‚die komplette Rationalisierung der Arbeitswelt und ein Leben frei von Arbeit‘. Doch nach Ansicht von ÖVP und FPÖ schreiten Digitalisierung und Automatisierung nur im Schneckentempo voran. Nach wie vor müssten hierzulande viel zu viele Menschen einer geregelten Arbeit nachgehen, die Arbeitslosenzahlen seien alarmierend niedrig. Grund genug für Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Heinz-Christian Strache, den Chef des Automatisierungs-Markt-Service (AMS), Johannes Kopf, zum Rapport zu zitieren.


Bundeskanzler Sebastian Kurz bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage in Österreich: „Das AMS ist unserer Meinung nach viel zu wenig ambitioniert: Gerade einmal zehn Prozent der arbeitenden Bevölkerung konnten bisher durch Computer und Maschinen ersetzt werden. Wenn wir in diesem Tempo weitermachen, dann schuftet sich in 10 Jahren noch immer ein Großteil der Österreicherinnen und Österreicher täglich ab und wir landen bei einer Arbeitslosenrate von mageren 20%!“

Vizekanzler Heinz-Christian Strache: „Wir erleben zwar momentan einen zarten Aufschwung bei der Automatisierungsrate von Menschen mit geringer Bildung und aus dem Niedriglohnsektor. Taxi- und LKW-Fahrer entwickeln sich beispielsweise sehr gut. Auch die Bankenbranche, Buchhalter oder Rechtsanwaltsgehilfen weisen erfreuliche Zahlen auf. Große Sorgen bereiten hingegen wieder einmal besser Gebildete und Akademiker: Hier schreitet die Digitalisierung nur sehr zögerlich voran! Wir haben unter den Höher-Gebildeten jede Menge Gschaftlhuber, die partout nicht einsehen wollen, dass ihre Tätigkeiten durch Algorithmen und Künstliche Intelligenz wesentlich effizienter und kostengünstiger erledigt werden können.“

Wie ein AMS-interner Revisionsbericht gezeigt hat, gibt es tatsächlich und speziell unter Akademikern teils untragbare Widerstände, die vom AMS vermittelte Automatisierung anzunehmen. Kanzler Kurz: „Es kann nicht sein, dass Menschen einfach die Arbeitslosigkeit verweigern. Hier braucht es bei den Betroffenen dringend ein Mehr an geistiger Mobilität und Flexibilität! Aber auch das AMS selbst gehört reformiert und sollte mit gutem Beispiel vorangehen: Es braucht AMS-Berater-Androiden, die im Unterschied zu ihren menschlichen Pendants nicht davor zurückscheuen, einem Arbeitenden offen ins Gesicht zu sagen, dass es seien Job nicht länger braucht!“

Ganz uneigennützig dürften die Forderungen der Regierung nach mehr Tempo bei der Automatisierung nicht sein: Arbeitsministerin Beate Hartinger-Klein wird schon länger Amtsmüdigkeit nachgesagt und Vizekanzler Strache könnte sich dem Vernehmen nach auch etwas Angenehmeres als das mühselige Regierungsgeschäft vorstellen. Und Bundeskanzler Kurz ist angeblich die ständigen Sticheleien wegen seines abgebrochenen Studiums ebenfalls mehr als leid und würde diesen wunden Punkt lieber heute als morgen beheben.

Doch bis es soweit ist, heißt es wohl auch noch in naher Zukunft sowohl für die Regierung als auch einen Großteil der Bevölkerung: Bitte weiterhackeln! Und Johannes Kopf? Der Arme wird seinen Job als AMS-Chef wohl oder übel auch weiterhin ausüben müssen.

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