Notruf defekt: Polizei ab sofort auch per Tele­gramm erreich­bar

Bild-Quelle: böhringer – Genehmigte Fotoaufnahmen am 27. Juli 2011 in Bregenz, CC BY-SA 3.0, Link

Schon von Kindesbeinen an werden einem in Österreich die drei Notfallnummern für Feuerwehr, Polizei und Rettung eingebleut. Kein Wunder also, dass ‚Polizei‘ hierzulande gleich nach ‚Kieberei‘ am zweithäufigsten mit ‚133‘ assoziiert wird. Doch was tun, wenn der Polizei-Notruf einmal nicht funktionieren sollte? So geschehen Anfang dieser Woche auf Grund eines technischen Defekts. Um für Bürgerinnen und Bürger auch in einer derartigen Not-Notsituation weiterhin erreichbar zu sein, wollen Polizei und Telekom Austria einen längst eingestellten Dienst reaktivieren – das gute alte Telegramm!


Experten haben schon länger davor gewarnt, dass das System zur Verständigung von Einsatzkräften in Österreich zu einseitig und somit höchst verwundbar sei. Zehntausende Wienerinnen und Wiener mussten am Montag Vormittag diese leidvolle Erfahrung machen und erhielten bei Wahl der Nummer 133 lediglich den Hinweis ‚Kein Anschluss unter dieser Nummer‘. Bisher verblieb hilfesuchenden Personen in so einer Notsituation als einziger Ausweg der Gang zur nächsten Polizeistation.

Doch wer hat schon spontan und noch dazu meist unter Stress die Adresse des nächsten Wachzimmers im Kopf?! Oder dieses wurde aus Kostengründen längst aus der unmittelbaren Nähe wegrationalisiert. Aus diesem Grund bieten Polizei und Telekom Austria ab sofort die Möglichkeit, Notfälle auch per Telegramm zu melden. Zwar muss man für diesen Dienst – der eigentlich Ende 2005 eingestellt wurde – etwas tiefer in die Tasche greifen, aber man spart sich dadurch immerhin den Gang zur nächsten Polizeistation. Notfall-Telegramme können wie anno dazumal in jeder Post-Filiale und außerdem bei sämtlichen Post-Partnern aufgegeben werden.

Die Gefahr, dass Polizei-Einsätze auf Grund der etwas längeren Meldedauer bei Telegrammen nicht zeitgerecht stattfinden könnten, schätzt man bei der Polizei eher gering ein: Von den 2,4 Millionen Meldungen pro Jahr erfordern gerade einmal 20 Prozent tatsächlich einen Polizeieinsatz. Größer schätzt man hingegen das Risiko ein, dass die Angaben im Telegramm unzureichend sein könnten und es wegen fehlender Informationen zu keinem Einsatz kommt.

Um die Meldungen per Telegramm evaluieren zu können, wird die Notrufnummer 133 in den kommenden Monaten immer wieder vorübergehend außer Betrieb genommen. Sollte dieser Alternativ-Dienst bei der Bevölkerung gut angenommen werden, dürften wahrscheinlich auch die restlichen Blaulicht-Organisationen nachziehen.

Da Post-Filialen und Post-Parnter nicht immer geöffnet haben, wird seitens Polizei außerdem bereits eine weitere Alternative – die Notfall-Meldung per Brief – angedacht. Briefe sind zwar langsamer als Telegramme, aber sie sind erstens um einiges billiger und bieten zweitens den entscheidenden Vorteil, dass sie rund um die Uhr aufgegeben werden können. Für Ganoven & Co. heißt’s jedenfalls ‚warm anziehen‘, denn künftig gilt: Auch bei defektem 133 saust rasch herbei die Polizei!

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