Studie zeigt: Männlicher Rücken nicht für Hausarbeit ausgelegt

Bild-Quellen: Pixabay; Bildbearbeitung mit GIMP

Männer haben es instinktiv ohnehin schon immer gespürt. Doch nun hat eine Metastudie ergeben, dass die Anatomie des Mannes für hausarbeitliche Tätigkeiten von Natur aus nicht ausgelegt ist. Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die starke Zunahme von Rückenproblemen, Ischiasschmerzen und Bandscheibenvorfällen bei Männern in den vergangenen dreißig Jahren in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass die Herren der Schöpfung im gemeinsamen Hauhalt zunehmend Tätigkeiten übernehmen mussten, die zuvor ausschließlich von Frauen verrichtet worden waren.


‚Mein Rücken bringt mich noch um!‘ Dieser Satz gehört für Armin Plankenstein seit einigen Jahren zum Alltag. Genauso wie die Hausarbeit, die bei den Plankensteins vorbildlich zwischen seiner Frau und ihm aufgeteilt ist. Er saugt zwar alles andere als gerne Staub. Und auch das Scheuern der Badewanne inklusive dem Entfernen ekliger Haare aus dem Abfluss zieht er nicht unbedingt einem Bierchen auf dem Sofa samt Sportschau im Fernsehen vor. Doch Gleichberechtigung ist für Armin in einer modernen Beziehung eben nicht nur ein Schlagwort!

Fensterputzen, Kinderwagen schieben, Bügeln, Kochen, Abwasch und Co. – viele Tätigkeiten des Haushalts sind für den Körper nicht gerade ein Kinderspiel. Gerade der Rücken und insbesondere die Bandscheiben sind dabei oftmals enormen Belastungen ausgesetzt. Während die Medizin lange Zeit davon ausgegangen war, dass die Volkskrankheit Rückenschmerzen vor allem darauf zurückzuführen sei, dass bereits mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen im Sitzen arbeite und dabei eine für den Rücken schädliche Haltung eingenommen werde, rückt eine Metastudie der medizinischen Fakultät Heidelberg diese These nun ins rechte Licht.

Professor Dr. Erwin Rübenfurt, der gemeinsam mit seinem Team 87 Studien zum Thema chronische Rückenleiden und Wirbelsäulenschmerzen miteinander verglichen und analysiert hat, räumt in seiner Übersichtsstudie mit dem Klischee auf, dass Arbeit im Sitzen oder Bewegungsmangel Hauptursache für männliche Rückenprobleme sei: „Genau das Gegenteil ist der Fall: Sitzen ist für den Mann die beste Art, Stress abzubauen und dabei seine Wirbelsäule zu entspannen.“

Während Putzeimer und Herd für Männer pures Gift bedeuten und hauptverantwortlich für die extreme Zunahme an Bandscheibenvorfällen in den vergangenen Jahrzehnten waren, sind das gebärfreudige Becken und die Lendenwirbeln bei Frauen geradezu ideal für die Tätigkeiten des Haushalts ausgelegt. Professor Rübenfurt: „Auch wenn diese Erkenntnis für viele Frauen schmerzhaft sein mag – der volkswirtschaftliche Schaden, der durch männliche Hausarbeit und die damit verbundenen Rückenleiden entsteht, ist enorm. Auf Grund unserer Erkenntnisse ist jedenfalls ein rasches Umdenken erforderlich!“

Denn eines ist klar: Die Hausarbeit alleine zu verrichten sei allemal noch besser, als die gesamte Hausarbeit zu verrichten und zusätzlich auch noch einen chronisch bandscheibengeplagten Ehemann versorgen zu müssen!

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