Ursprung männlichen Fluchens: Wissenschaft vermutet Silikonieren als Auslöser

Fluchender Mann mit Silikonpistole
Bild-Quellen: Pixabay; Bildbearbeitung mit GIMP

Fluchen ist seit Anbeginn der Sprache fixer Bestandteil unseres Wortschatzes. So finden sich bereits beim ältesten bekannten Volk der Welt, den Khoi-San im Süden Afrikas, bei den Sumerern oder auch auf altägyptischen Hieroglyphen jede Menge äußerst derber und deftiger Ausdrücke.


Lange Zeit war die Wissenschaft davon ausgegangen, dass schon immer sowohl von Männern als auch von Frauen gleichermaßen Gift und Galle gespuckt wurde. Doch neuere sprachwissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass es sich beim Fluchen – zumindest bis in die neuere Zeit herauf – um ein ausschließlich weibliches Phänomen gehandelt hat!

Dr. Angela Frankenhofer vom Institut für Linguistik an der Universität zu Köln: „Wir gehen davon aus, dass das Fluchen seinen Ursprung in den Geburtswehen und dem Gebären von Kindern hat. Mit ziemlicher Sicherheit waren diese Schmerzlaute, die von der urzeitlichen Hebamme bis zum Kindsvater alles zur Hölle wünschten, sogar der Beginn der eigentlichen Sprachentwicklung!“

Analysen älterer Literatur wie der Bibel oder der Nibelungensage hätten gezeigt, dass sich Männer durchwegs einer sanften und geradezu poetischen Sprache bedienten, während Frauen wie beispielsweise Brünhild aus dem Nibelungenlied mit Worten um sich warfen, die den Herren der Schöpfung auch heutzutage noch die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Erst, so die Vermutung Frankenhofers, als Männer in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts damit begonnen haben, in den eigenen vier Wänden selbstständig in Bad, Küche und WC Silikonfugen zu ziehen, hat offenbar das Fluchen auch im männlichen Sprachgebrauch Einzug gehalten.

Vor allem die häufig notwendigen Verrenkungen bei Anwendung an besonders engen und unzugänglichen Stellen, die in den Do-it-Yourself-Videos auf YouTube nie vorhanden sind, dürften maßgelbich zur ‚Spracherweiterung‘ bei den Männern beigetragen haben. Auch die Kartuschenpressen, die das Silikon mal mehr, mal weniger stark rausdrücken, sind dafür verantwortlich, dass derbe Kraftausdrücke heutzutage auch über die sonst so gutmütigen Männerlippen kommen. Und spätestens wenn das klebrige Zeugs erst mal die Finger versaut hat, stehen die Männer den Frauen in Sachen Fäkalsprache um nichts mehr nach!

Ein frustrierter Heimwerker bringt es auf den Punkt: „Scheiß auf autonome Fahrzeuge – was wir brauchen, sind selbst-silikonierende Badezimmer & Co.!“ Doch bis es soweit ist, wird wohl noch ordentlich oft und geschlechtsübergreifend gegen das zweite der Zehn Gebote verstoßen werden müssen.