ÖSV-Läuferinnen legen Schröcksnadel den Rücktritt nahe

Bild-Quelle: Manfred Werner / TsuiEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Nach den für Österreich eher enttäuschenden Ergebnissen bei der Abfahrt der Herren auf der Streif in Kitzbühel und bei der Damenabfahrt in Garmisch-Partenkirchen (jeweils kein ÖSV-Läufer schaffte es aufs Podest) wagen sich die ÖSV-Läuferinnen Michaela Kirchgasser und Elisabeth Görgl aus der Deckung und legen ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel den Rücktritt nahe.


„Wenn es nicht mehr geht, ist es eben vorbei. Dann muss man eben aufhören und einfach gehen“, so Kirchgasser, die dafür bekannt ist, sich kein Blatt vor den Mund zu nehmen. „Das kann’s ja wohl nicht sein: Lindsey Vonn bricht sich den Oberarm und fällt wochenlang aus, kommt zurück in den Weltcup und gewinnt bei ihrem zweiten Antreten nach dem Comeback gleich eine Abfahrt! Daran sieht man, dass das Niveau ohnehin nicht sonderlich hoch ist – und trotzdem gurken wir Ösis hinterher. Und das nun schon seit längerer Zeit, da muss man sich dann eben auch mal die Frage stellen dürfen, ob ganz oben tatsächlich noch die richtigen Personen am Werk sind.“

Auch Elisabeth Görgel, Doppel-Weltmeisterin von 2011, schließt sich der Kritik ihrer Mannschaftskollegin an: „Peter sollte sich ein Beispiel an Erwin Pröll nehmen. Beide stehen seit einem Viertel Jahrhundert ganz oben an der Spitze und beide gehören nicht mehr gerade zu den Jüngsten. Während der niederösterreichische Landeshauptmann die Zeichen der Zeit erkannt haben dürfte, ist davon beim Peter offenbar noch nichts zu bemerken“, so die Steirerin im Gespräch mit der Entenpost. „Wenn ich meine eigenen zuletzt gezeigten Leistungen trotz all meiner Erfahrung aus fast 400 Weltcuprennen hernehme, kann ich nur schließen, dass da im System etwas gewaltig faul ist. Und bekanntlich beginnt der Fisch ja am Kopf zu stinken!“

Wer den ÖSV näher kennt, weiß, dass nach der Kritik zweier so arrivierter Läuferinnen die Tage des ÖSV-Präsidenten mit Sicherheit gezählt sein werden. Wie in der Politik und bei den Sozialpartnern dürfte daher auch beim ÖSV ein Generationenwechsel an der Spitze bevorstehen. Als Österreicher können wir nur hoffen, dass wir uns dadurch dann bald wieder als die Ski-Nation bezeichnen können – und den restlichen Ländern so richtig zeigen, wer beim Skifahren die Latten an hat!

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