ASFINAG Videoüberwachung künftig auf YouTube

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Die beiden Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP hatten ihr 35-seitiges Regierungsprogramm „Für Österreich“ kaum präsentiert, da verkündete die ASFINAG auf ihrer Homepage bereits erste Details, wie sie in Hinkunft gedenkt, die vorgeschriebene Speicherung der Daten aus der Videoüberwachung zu realisieren: Das Unternehmen greift hierfür auf die beliebte Videoplattform YouTube zurück.


Die Entenpost traf das ASFINAG-Vorstandsduo Dr. Klaus Schierhackl und DI Alois Schedl zum Interview, um zu klären, wie es zu dieser Entscheidung gekommen war. Schierhackl: „Sie kennen das ja sicher von Ihrem Handy: Sie machen im Urlaub ein paar nette Videos, dann kommen noch diverse Fotos vom Strand und ein paar Selfies dazu – und schon ist beim Speicher Sense. Jetzt versetzen Sie sich einmal in unsere Lage hier bei der ASFINAG: Wir haben einige hundert Kameras, die rund um die Uhr den Verkehr in ganz Österreich überwachen! Der Regierungspakt sieht vor, dass wir in Zukunft dieses Videomaterial bei Bedarf den Sicherheitsbehörden zur Verfügung stellen. Mit unserer bestehenden Infrastruktur können Sie das natürlich vergessen!“

Schedl: „Mit den paar Pentium-Kübeln, die bei uns in der Firma im Einsatz sind, können wir froh sein, wenn wir die Einnahmen aus dem Vignettenverkauf mit Excel halbwegs über die Bühne bringen. Langzeitspeicherung der Daten aus der Videoüberwachung? Nicht die Bohne! Wir könnten das Ganze natürlich an einen externen Dienstleister wie IBM oder Siemens auslagern, aber bei den Preisen, die dort verlangt werden – da können wir dann gleich drei Viertel unserer Baustellen stanzen!“

„So wurde dann die Idee mit dieser Videoplattform geboren“, so Schierhackl weiter im Interview. „Unsere Sekretärin – die Irmi – schaut dieses YouTube gern auf ihrem Büro-PC. Der Alois und ich haben uns gerade darüber aufgeregt, was die von der Regierung schon wieder von uns wollen, da hat die Irmi dann den Vorschlag gemacht, ob wir das Videomaterial von unseren Überwachungskameras nicht einfach auf YouTube raufladen. Das ist angeblich gratis und man kann da reinstellen Ende nie!“

Schedl: „Und die Polizei – oder wer immer das halt braucht – kann dann einfach unseren ASFINAG-Kanal abonnieren und sich die Videos bei Bedarf reinziehen. Wahnsinn, die von YouTube kümmern sich um Sicherheitskopien, garantieren Hochverfügbarkeit, du kannst das sogar am Handy anschauen, Pi Pa Po! Echt ein Traum – und alles komplett umsonst! Und das Allerbeste: Wenn unser Material tatsächlich weiterhelfen sollte, dann bekommen wir angeblich sogar einen Like!“

Die ASFINAG-Lösung könnte durchaus Schulung machen, ist in dem Regierungsprogramm beim Punkt Videoüberwachung doch von diversen öffentlichen Betreibern die Rede, für die ‚eine Speicherverpflichtung sowie eine Mindestspeicherdauer normiert werden soll‘. Da das Geld im öffentlichen Bereich ohnehin an allen Ecken und Enden fehlt, dürfte der Finanzminister über diese Billigsdorfer-Lösung mehr als nur erbaut sein. Und SPÖ und ÖVP können zumindest diesen Punkt aus dem Regierungspakt schon einmal getrost abhaken!

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