PISA-Studie: Italienische Studenten inspirieren österreichisches Bildungs­ministerium zu neuer Strategie

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Dass ein Land beim PISA-Test nicht sonderlich überragend abschneidet, sorgt hierzulande schon länger nicht mehr für größeres Aufsehen. Schließlich erzielte Österreich bei diesen regelmäßig stattfindenden Leistungsüberprüfungen der OECD in den vergangenen Jahren nicht gerade berauschende Ergebnisse. So landeten die heimischen Schülerinnen und Schüler zum Beispiel bei der letzten Studie im Jahr 2016 neuerlich nur im Mittelfeld. Dass italienische Uni-Professoren jedoch drei Viertel ihrer Studenten als halbe Analphabeten bezeichnen, ist hingegen einigermaßen bemerkenswert. Und die krasse Meldung aus unserem Nachbarland dürfte auch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid nicht entgangen sein. Denn der miserable Bildungszustand bei unserem südlichen Nachbarn hat das Ministerium offenbar zu einer neuen Strategie inspiriert, mit der Österreich versuchen wird, bei künftigen PISA-Tests zumindest ins vordere Drittel zu kommen.


Dass ausgerechnet in Italien – quasi dem Mutterland der Pisa-Studie – sogar die hauptsächlich aus bildungsnahen Schichten kommenden Studenten orthographisch auf dem Niveau von Volksschülern der dritten Klasse stehen, ist eigentlich kaum zu glauben. Aber wie schlecht es um den Zustand des italienischen Bildungssystems bestellt ist, zeigt sich bereits beim PISA-Test selbst: So glaubten ernsthaft 83% der italienischen Schüler aus den südlichen Regionen, bei einer Pizza-Studie mitzumachen. Und im ansonst meist als Musterschüler bekannten nördlichen Südtirol gab es zahlreiche Proteste, weil fälschlicherweise in einer Schülerzeitung in Umlauf gebracht worden war, bei einer Pisser-Studie mitmachen zu müssen!

Doch genau im geradezu grottenschlechten Bildungsniveau bei unserem südlichen Nachbarn sieht man im heimischen Ministerium eine große Chance. Sonja Hammerschmid: „Kurzfristig lassen sich bildungspolitisch bei derartigen Leistungsüberprüfungen leider keine Veränderungen zum Positiven erreichen. Und solange die Betonierer in der Lehrer-Gewerkschaft vorgeben, was geht und was nicht, wird sich wohl auch mittel- bzw. langfristig nicht wirklich etwas verbessern lassen. Soviel Realpolitiker muss man schon sein, um zu wissen, dass da sogar der Ministerin die Hände gebunden sind.“

Wenn sich also beim Bildungssystem selbst nicht wirlich etwas verändern lässt, dann muss man eben ‚alternative Lösungswege‘ beschreiten. Hammerschimd: „Italien weist ganz klar den einzig machbaren Weg, wie wir in Zukunft aus dem Mittelfeld bei PISA-Studien herauskommen können: Österreich muss sich bei der OECD dafür einsetzen, dass Länder mit einem ähnlich hohen Anteil an Analphabetismus wie in Italien bei den Leistungserhebungen teilnehmen dürfen. Wir haben bereits Kontakt mit in erster Linie afrikanischen Bildungsministerien aufgenommen und versuchen – auch mit dem Anreiz finanzieller Mittel aus der Entwicklungshilfe – eine Vielzahl dieser Länder zu motivieren, bereits bei der nächsten PISA-Studie teilzunehmen.“

Und die Bildungsministerin weiter: „Wir sind einigermaßen zuversichtlich, dass beispielsweise Burkina Faso, Dschibuti, Haiti oder Afghanistan unserem Aufruf folgen werden. Wenn wir genügend Länder überzeugen können, dann dürfen wir die berechtigte Hoffnung hegen, dass Österreich sich zwar platzmäßig im Ranking nicht verbessern wird, aber immerhin anstatt im Mittelfeld im vorderen Drittel zu liegen kommt. Und das wäre für die österreichische Bildungspolitik ein Riesenerfolg!“

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