Sensation in St. Moritz: Tessa Worley doch nicht RTL-Weltmeisterin

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Riesenüberraschung bei der alpinen Ski-Weltmeisterschaft in St. Moritz: Während bisher alle von einem Favoritinnen-Sieg Tessa Worleys beim gestrigen Riesenslalom ausgegangen waren, wurde heute durch die FIS das Ergebnis überraschend revidiert: Weltmeisterin im Riesentorlauf ist demnach die wohl auch absoluten Ski-Profis eher unbekannte Läuferin Dayesha Chukwumereije aus Tansania.


FIS-Renndirektor Markus Waldner bestätigt im Gespräch mit der Entenpost das auf den Kopf gestellte Klassement: „Dayesha Chukwumereije war mit einem Rückstand von 14,39 Sekunden erst um 14:29 Uhr, nachdem die ersten 30 Läuferinnen längst schon unten waren, ins Rennen gegangen. Im Zielbereich drehte sich alles nur um die vermeintlichen Medaillengewinner, das Interesse für die nach wie vor startenden Athletinnen hielt sich in Grenzen. Auch die Torrichter hatten schon eher den Abbau der Torstangen im Kopf und schenkten daher leider dem Lauf der Tansanierin nicht mehr die nötige Aufmerksamkeit.“

Die frischgebackene Riesentorlauf-Weltmeisterin Chukwumereije kann ihren Titel noch gar nicht fassen und schildert ihren Lauf so: „Ich fühlte mich echt gut, der geringe Abstand zur absoluten Weltspitze hatte mich voll motiviert. Bis zum dritten Tor lief es auch richtig spitze. Was ich gehört habe, war mein Rückstand bis dorthin nur auf 15,12 Sekunden angewachsen! Doch dann habe ich leider zuviel riskiert, mir hat’s den Innenski ausgehoben und ich habe das blaue Tor nicht mehr derpackt. Ich habe mich wahnsinnig geärgert und bin voll Frust den kompletten Hang nur noch pfeilgerade ins Ziel gefahren. Ich habe zwar die grüne Eins aufleuchten sehen, aber mir war natürlich klar, dass ich auf Grund meiner Fahrt disqualifiziert werden würde.“

Und nun wird es für die FIS etwas peinlich: Zwar gibt es Amtateur-Videos aus dem Publikum, die zumindest einen Teil der Fahrt Chukwumereijes zeigen und ganz klar erkennen lassen, dass die Läuferin einen Großteil des Kurses offensichtlich nicht korrekt passiert hat, doch bei alpinen Skirennen zählt nun einmal nicht der Videobeweis sondern das offizielle Urteil der Torrichter. Da diese aber offenbar bei Chukwumereijes Lauf nicht mehr ganz bei der Sache waren bzw. sich jeweils auf den Vordermann verließen und innerhalb der dafür vorgesehenen Frist von einer Stunde keinen Torfehler gemeldet hatten, sah sich die FIS heute dazu gezwungen, das Klassement nachträglich zu korrigieren.

Während der französische Skiverband vergeblich versuchte, Einspruch gegen die Entscheidung der FIS zu erheben und sich Tessa Worley klarerweise sehr enttäuscht zeigte, wurde das neue Endergebnis bei anderen mit einer gewissen Erleichterung aufgenommen. So meinte etwa die Italienierin Federica Brignone in einer ersten Reaktion, dass sie froh sei, nun doch nicht die Blecherne gemacht zu haben. Und auch im ÖSV atmete man offensichtlich erleichtert auf: Durch das neue Klassement bleibt man nämlich im Medaillenspiegel weiterhin an zweiter Stelle.

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