ORF reagiert auf WikiLeaks-Enthüllungen: Gratis-Update für SAT-Karten

Bild-Quellen: Pixabay, Wikipedia, Benutzer: Thomas R. Schwarz Design: ORF – Eigenes Werk, PD-Schöpfungshöhe, Link

‚Hallo, ich bins, dein Abhörgerät!‘ Dieser abgewandelte GIS-Werbespruch kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man die aktuellen Veröffentlichungen der Enthüllungsplattform WikiLeaks liest: Verschlüsselung könne durch Geheimdienste ganz locker ausgehebelt werden und den Fernseher in den eigenen vier Wänden in Abhörgeräte umzufunktionieren sei ebenfalls ein Kinderspiel. Beim ORF nahm man diese Enthüllungen zum Anlass, die bestehenden ORF Digital SAT-Karten einem Sicherheitscheck zu unterziehen. Wie sich nun herausstellte, gab es offenbar akuten Handlungsbedarf.


Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor, im Gespräch mit der Entenpost: „Nach Bekanntwerden der Wikileaks-Informationen haben wir uns unverzüglich mit dem amerikanischen Sicherheitsunternehmen EnEsEj in Verbindung gesetzt und unsere aktuell verwendeten Schlüssel analysieren lassen. Die Kryptographie-Experten des Unternehmens haben herausgefunden, dass unsere Verschlüsselung bereits veraltet sei und unbedingt gegen eine sichere Variante getauscht werden sollte.“

Da traf es sich geradezu optimal, dass bei EnEsEj erst kürzlich eine praktisch nicht knackbare und abhörsichere Verschlüsselungs-Software entwickelt worden war. Wrabetz: „Die wollten mit dieser neuen Verschlüsselung ohnehin gerade auf den europäischen Markt, da kamen ihnen wir aus Österreich gerade recht. Das Erfreuliche daran: Wir konnten einen sehr günstigen Deal ausverhandeln, so dass wir es unseren Zusehern ermöglichen können, bestehende Karten völlig kostenlos auf die neue Technologie upzudaten!“

Diese Aktualisierung kann ganz einfach per Software-Update eingespielt werden. Damit das TV-Gerät immer am modernsten Stand der Technik bleibt, werden weitere Aktualisierungen daraufhin regelmäßig und völlig automatisch im Hintegrund durchgeführt. Da bei den Updates auf Grund der hochkomplexen Sicherheitssoftware Daten im zweistelligen Gigabyte-Bereich anfallen, wird seitens des Herstellers dringend ein Highspeed-Internet-Anschluss empfohlen.

Der ORF-Generaldirektor weist zum Schluss des Gesprächs noch auf ein kleines Detail am Rande hin, das der Deal mit dem amerikanischen Sicherheitsunternehmen EnEsEj mit sich bringt: „Mit dieser neuen Technologie sind wir nicht nur auf dem neuesten Stand der Technik was die Kryptographie betrifft. Dieser ganz spezielle Algorithmus, der maximalen Schutz vor russischen Hackern und sonstigen Cyber-Kriminellen bietet, sammelt für Analysezwecke ein paar Nutzerdaten. Wir bekommen gegen eine verhältnismäßig geringe Summe einmal monatlich aus den USA all jene Daten, die die Sehgewohnheiten unserer Nutzer betreffen. Wir hoffen, aus diesem Datenmaterial Rückschlüsse ziehen zu können, was gut oder weniger gut bei unseren Sehern ankommt. Und daraus werden wir dann Maßnahmen ableiten, mit denen wir die ohnehin schon hohe Qualität unserer Programme nochmals verbessern können!“

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