Verfahrener Zug schneller am Ziel: ÖBB überprüfen neue Streckenführung

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Erst kürzlich wurde bekannt, dass Anfang März zwei Railjets der ÖBB am Hauptbahnhof verwechselt worden waren. Dadurch fuhren die beiden Züge in Folge komplett falsche Destinationen an. Das Kuriose an der Geschichte: Einer der beiden Züge kam schließlich mit 24 Minuten Verspätung am eigentlichen Zielort – dem Flughafen Wien Schwechat – an und war damit um ganze 3 Minuten schneller, als der Zug bei korrekter Streckenführung im Schnitt benötigt!


Was war geschehen? Durch die Verwechslung war einer der beiden Railjets plötzlich versehentlich nach Budapest unterwegs und der andere fuhr fälschlicherweise zum Flughafen Wien Schwechat. Während der Lokführer des nach Budapest bestimmten Zugs seinen Irrtum erst beim unerwarteten Sicherheitscheck samt Passkontrolle am Flughafen bemerkte, schaltete der Triebfahrzeugführer Rudi Lorbeer des nach Schwechat bestimmten Zugs schneller und stellte auf der Ostbahnstrecke auf Höhe von Kledering den Fehler fest.

Lorbeer schildert im Telefonat mit der Entenpost den ungewöhnlichen Vorfall: „Ich bin die Strecke zum Flughafen ja wahrscheinlich schon tausendmal gefahren, so dass ich eigentlich gar nicht so sehr Obacht gebe. Doch plötzlich sah ich dann auf der rechten Seite dieses neue Palmers-Plakat, das mir bisher noch nie aufgefallen war. Das wollte ich mir genauer anschauen, deshalb hab‘ ich den Zug gestoppt.“

Glücklicherweise befand sich neben dem Werbeplakat auch gleich noch das Ortsschild von Kledering, so dass dem Lokführer dann rasch auffiel, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Lorbeer: „Ich hab‘ dann bei der ÖBB-Auskunft angerufen. Und ich muss schon sagen, super Service, Hut ab! Die haben mir wie bei einem GPS im Auto durchgesagt, wie ich fahren muss.“ Der Zug sei schließlich sicher über eine Schleife am eigentlichen Ziel Flughafen Wien Schwechat angekommen.

Während der Zug jedoch an gewöhnlichen Tagen mit durchschnittlich 27 Minuten Verspätung am Flughafen ankommt, war der Railjet mit falscher Streckenführung und trotz des Vorfalls drei Minuten schneller am Ziel! Die ÖBB haben bereits zugesagt, auf Grund dieses Vorfalls ihr Bahnnetz und die Fahrpläne neu zu evaluieren. Dazu Pressesprecherin Chris Lohner: „Wir werden in Zukunft wohl vermehrt weniger befahrene Nebenbahnen nutzen, um so die vielen Staus auf den Hauptverkehrsadern zu vermeiden.“

Wer weiß, vielleicht erfährt ja schon in Bälde ein derzeit nur mehr für Nostalgie-Fahrten genutztes Geleise im Waldviertel auf der Strecke Wien – Salzburg eine plötzliche Renaissance. Dann könnte man auch gleich den unzuverlässigen Bahnhof Linz umgehen und stattdessen Zwettl anfahren. Vielleicht kommt ja bei den ÖBB gemäß ihrem Slogan jetzt wirklich Bewegung rein!

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