Häupl und Pröll war gestern: Politiker künftig nur noch mit Gewerbe­schein

Politik oder Muppet Show? Bild-Quelle: Fair use, Link

Um den Ruf der Politiker ist es zunehmend schlecht bestellt. Immer weniger Bürgerinnen und Bürger sind mit der Arbeit ihrer Volksvertreter zufrieden, bei vielen Menschen macht sich Politikverdrossenheit breit. Das schlechte Image macht eine Polit-Karriere andererseits unattraktiv, so dass immer weniger Politiker-Nachwuchs diese Laufbahn einschlägt und die Gefahr besteht, dass Billig-Polit-Hilfskräfte aus Osteuropa künftig diese Job hierzulande übernehmen werden. Die Wirtschaftskammer möchte dem beikommen, indem der Beruf des Politikers aufgewertet und möglichst bald als reglementiertes Gewerbe ausgeübt werden soll.


WKO-Präsident Christoph Leitl begründet diesen Vorstoß bei einer Pressekonferenz folgendermaßen: „Jeder Handgriff ist in diesem Land normiert und reglementiert, nur für Politiker gibt’s praktisch keine Vorschriften. Vereinfacht gesagt: Politiker kann quasi jeder Vollkoffer werden. Während ein Handwerker eine mehrjährige Laufbahn vom Lehrling bis zum Meister durchlaufen muss, sitzt so mancher Nächstbeste einfach von heute auf morgen plötzlich im Nationalrat!“

Dass gerade ein so wichtiger und verantwortungsvoller Beruf wie der des Politikers in Österreich noch nicht unter die reglementierten Gewerbe fällt, ist eigentlich ohnehin eine kleine Sensation. In einem Land, wo von der Arbeitsvermittlung über den Huf- und Klauenbeschlag bis hin zur Zahntechnik alles fein säuberlich geregelt wird, ist es höchst an der Zeit, dass auch die holde Zunft der Politik in die Liste der gewerbsmäßigen Berufe aufgenommen wird.

Christoph Leitl: „Man sieht ja, wohin diese mangelnde Qualifikation geführt hat: Nehmen Sie beispielsweise diesen Pfusch bei der Privatstiftung in Niederösterreich her. Bei einem gelernten Polit-Profi würde so etwas nie und nimmer an die Öffentlichkeit gelangt sein. Oder dass die Eurofighter nun schon ein zweites Mal in einem Untersuchungsausschuss behandelt werden, das ist doch ein Armutszeugnis – und zwar für beide Seiten. Und was heutzutage in der Politik als Dirty Campaigning bezeichnet wird – das sind doch bei Gott keine Schmutzkübel sondern höchstens ein paar Staubfuzerl, die da geworfen werden!“

Das genaue Prozedere wird seitens der Wirtschaftskammer noch ausgearbeitet. Fix ist allerdings bereits, dass sich ab Inkraftreten der Gesetzesänderung praktisch alle aktuellen Politiker nur noch als Politik-Anwärter bezeichnen dürfen. Bis sich dann erste Kandidatinnen und Kandidaten gefunden haben, die tatsächlich auch die neue Gewerbeprüfung schaffen können, dürften voraussichtlich noch einige Wahlen über die Bühne gehen.

Und Michael Häupl? Der wird sich diesen Gewerbeschein hoffentlich nicht mehr antun und sich so wie Pröll und Pühringer in die Politik-Anwärter-Pension verabschieden.

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