Fahrer mit brennender Zigarette eingeschlafen: Bus beinahe völlig ausgebrannt

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Glück im Unglück hatte ein Busfahrer gestern Nachmittag bei der Rückkehr von einer Werbefahrt nach Budweis. Kurz vor Freistadt war der Lenker eingeschlafen. Und das mit einer brennenden Zigarette! Das dies brandgefährlich sein kann, mussten die Insassen hautnah miterleben. Nur dem geistesgegenwärtigem Handeln einiger Reisender ist es zu verdanken, dass der Bus nicht völlig ausbrannte und alle letzten Endes unverletzt und mit dem Schrecken davonkamen.


Josef Fahrnleitner, Buschauffeuer der 40-köpfigen Reisegruppe, rechtfertigt sein Verhalten folgendermaßen: „In dem Brauhaus in Budweis ist leider Rauchverbot. Wenn du da vier Stunden lang ein Krügel nach dem anderen trinkst, ohne dir eine anheizen zu können, fordert dein Körper das natürlich irgendwann ein. Normalerweise machen wir ja gleich nach der Grenze einen Stopp, doch wir waren schon ein wenig spät dran, so dass ich ordentlich aufs Gas steigen musste und wir den Stopp ausgelassen haben.“

Danach kam es offenbar zu einer Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände. Fahrnleitner: „Bier macht mich normalerweise ja nicht müde. Aber bei mir zu Hause läuft’s gerade nicht so gut, deshalb bin ich am Vortag mit ein paar Kumpels etwas länger um die Häuser gezogen. Und als dann die Reiseleiterin wie üblich nach der Grenze begonnen hat, diese Werbedecken zu präsentieren – was ich schon gefühlte hundert Mal gehört habe – da musste ich mir einfach eine anzünden, um konzentriert zu bleiben.“

Leider übermannte der Schlaf den Busfahrer dennoch und die nach wie vor glosende Zigarette ließ den Bus sofort in lichterlohe Flammen aufgehen. Erwin Rauchschwandtner, Kfz-Mechaniker aus Bad Leonfelden, schildert die dramatischen Szenen: „Ich war ja selbst auch so gut wie weggepennt, als sich da vorne plötzlich das Feuer ausbreitete. Wir haben dann versucht, die Flammen mit diesen Werbedecken zu ersticken, aber das Zeug war das volle Klumpert und fing selber sofort Feuer.“

Glücklicherweise hatten die Reisenden jede Menge Kisten Bier aus Budweis mitgebracht. Rauchschwandtner: „Wir haben das dann gemacht wie die Sieger beim Grand-Prix mit den Sektflaschen. So konnten wir das Feuer rasch unter Kontrolle bringen. Schad natürlich ums Bier, aber in dem Fall sahen wir wirklich keinen anderen Ausweg mehr! Und zwei Kisten konnten wir ja Gott sei Dank völlig unbeschadet retten.“

Die herbeigerufene Feuerwehr musste nur noch ein paar hartnäckige Glutnester löschen, alle Insassen kamen unverletzt und mit dem Schrecken davon. Der Vorfall dürfte allerdings die öffentliche Diskussion um ein Rauchverbot in Bussen aufflammen lassen. Ulrike Schmerböck, selbst Betroffene des Flammeninfernos, hält jedoch wenig von einer anlassfallbezogenen Änderung der Rechtslage: „Ein Rauchverbot nur auf Grund dieses einen Vorfalls wäre meiner Meinung nach völlig überzogen. Ein Warnhinweis für den Fahrer, nicht mit brennender Zigarette am Steuer einzuschlafen, sollte vollkommen ausreichend sein!“

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