Abfuhr für Nicht-Wähler: Wahl­ziele klar verfehlt

Bild-Quelle: Die Entenpost

Im allgemeinen Trubel um das katastrophale Debakel, das die Grünen bei der Nationalratswahl 2017 erleiden mussten, ist eine weitere schwere Schlappe fast völlig untergegangen: Die Nicht-Wähler, 2013 mit 25% nur knapp hinter der SPÖ noch an zweiter Stelle, mussten am Wahlsonntag ordentlich Federn lassen und fielen mit knapp 20% gar auf Rang vier zurück. Die hochgesteckten Ziele der Nicht-Wähler wurden damit klar verfehlt!


Eigentlich war alles angerichtet für ein Traumergebnis bei den Nicht-Wählern: Die Politikverdrossenheit der Österreicherinnen und Österreicher erreichte laut Umfragen zuletzt ein Allzeithoch und der Wahlkampf war schmutzig wie selten zuvor. Auch dass die Nicht-Wähler in den Medien kaum präsent waren und zu keiner der endlosen TV-Konfrontations-Wiederholungen eingeladen worden waren, spielte den Nicht-Wählern in der Vergangenheit eigentlich stets in die Karten. So gesehen war es keineswegs vermessen, davon zu träumen, das sensationelle Ergebnis von 2013 noch auszubauen und vielleicht sogar knapp an Rang eins heranzukommen. Doch der Wahlabend sollte ein böses Erwachen für die zuletzt erfolgsverwöhnten Nicht-Wähler samt Absturz auf bescheidene 20% bringen!

Jennifer Blaha, Erst-Nicht-Wählerin aus Graz Puntigam zeigte sich entsprechend enttäuscht, hatte jedoch eine einfache Erklärung: „Der Pilz hat uns leider gehörig Nicht-Stimmen gekostet. Soviel ich gehört habe, sind scharenweise ehemalige Nicht-Wähler zum früheren Grünen-Urgestein übergelaufen! Mit seinem vollständigen Verzicht auf Wahlplakate hat er im Wesentlichen eine vielversprechende Taktik von uns Nicht-Wählern abgekupfert. Wie man sieht: Ziemlich erfolgreich!“

René Pfeiffer, Stamm-Nicht-Wähler aus der Nicht-Wählerhochburg Rudolfsheim-Fünfhaus empört sich vor allem darüber, dass es Sebastian Kurz gelungen sei, ohne echtes Programm Nummer Eins zu werden: „Alle behaupten, die Liste Kurz hätte 1:1 das Programm der FPÖ übernommen. Das mag zu einem gewissen Teil stimmen. Ohne Programm anzutreten und schlicht gegen etwas zu sein ist aber eigentlich ganz klar das Erfolgsrezept von uns Nicht-Wählern! Bei der nächsten Wahl müssen wir jedenfalls stärker dafür sorgen, dass die Nicht-Wähler in diesem Punkt wieder dem Schmiedl davonlaufen und zum Schmied gehen!“

Auch wenn die Hoffnung bei den Nicht-Wählern noch lebt, dass man das vorläufige Ergebnis von 20% mit jeder Menge nicht abgegebener Wahlkarten noch um ein paar Zehntel-Prozent-Punkte ausbauen wird können, bleibt unterm Strich gegenüber 2013 ein sattes Minus. Doch Jennifer Blaha lässt sich nicht entmutigen und bringt die Jetzt-erst-recht-Nicht-Stimmung der Nicht-Wähler auf den Punkt: „Nach der Nicht-Wahl ist vor der Nicht-Wahl. Ab sofort gilt der Kampf wieder gegen jede einzelne Stimme!“

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