Schulnoten nur der Anfang: Bildungs­offensive mit Kurrent­schrift und Overhead-Projektoren angekündigt

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Bekanntlich war früher alles besser. So gesehen verwundert es nicht, dass sich ÖVP und FPÖ bei den Koalitionsverhandlungen beim Thema Bildung auf die guten alten Schulnoten von 1 bis 5 in der Volksschule geeinigt haben. Doch wie erst jetzt bekannt wurde, haben die Verhandler noch weitere schulische Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte ausgemacht und wollen diese so rasch als möglich beheben: So sollen Fraktur- und Kurrentschrift wiedereingeführt werden und der Frontalunterricht mit bewährter Technik fit für das 21. Jahrhundert gemacht werden. Offen ist die Einführung der Studienpflicht.


Sebastian Kurz skizzierte im Anschluss an die heutige Verhandlungsrunde die Pläne der künftigen Regierung: „Österreich war im vorigen Jahrhundert eine weltweit herausragende Bildungsnation. Um wieder dorthin zu kommen, müssen wir nicht das Rad neu erfinden! Dass viele Schülerinnen und Schüler nicht vernünftig lesen und schreiben können, hängt ja ursächlich mit der modernen Druck- und Schreibschrift zusammen, die sich unseres Erachtens nicht bewährt hat. Mit der Wiedereinführung der Fraktur- und Kurrentschrift noch in diesem Schuljahr erhoffen wir uns, diese Schreib- und Lesemängel möglichst rasch zu beseitigen und als Konsequenz die heutige Generation wieder auf das Bildungsniveau von damals bringen zu können.“

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache strich in seiner Stellungnahme besonders die geplante Technologie-Offensive hervor: „Wir müssen in die Zukunft unserer Kinder investieren und alle Schulen technologisch auf einen vernünftigen Stand bringen: Mittels Bildungs-Million wird jeder Schulstandort mit einem Overhead-Projektor ausgestattet. Brennpunkt-Schulen erhalten außerdem noch zusätzlich einen Dia-Projektor. Damit kann der altbewährte Frontalunterricht neu belebt und noch effektiver gestaltet werden.“

Ob die deutsche Rechtschreibreform aus dem Jahr 1996 rückgängig gemacht werden soll, wird aktuell noch verhandelt. So harmonisch die Gespräche beim Bildungspaket bisher verlaufen sind, einen strittigen Punkt gibt es doch: Die Studienpflicht, ein Wunsch der FPÖ, der vorsieht, dass Studierende ein einmal begonnenes Studium nicht abbrechen können sondern dieses abschließen müssen. Doch hier gibt es massiven Widerstand seitens des ÖVP-Chefs. So harmlos dieses FPÖ-Anliegen auch klingen mag, laut Sebastian Kurz könnte dies einer der wenigen Punkte sein, an dem die Koalitionsverhandlungen doch noch scheitern können.

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