Gender-Pay-Gap: Kardinal Schön­born kündigt gleichen Lohn für Priester­innen und Priester an

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Island verpflichtete als weltweit erstes Land seine Firmen per Gesetz dazu, Frauen und Männern für die selbe Arbeit den gleichen Lohn zu zahlen. Spätestens 2022 solle der sogenannte Gender-Pay-Gap Geschichte sein. Die Katholische Kirche in Österreich dürfte sich den nordischen Inselstaat nun zum Vorbild genommen haben, denn anlässlich des heutigen Weltfrauentages wartete Kardinal Christoph Schönborn mit einer für Frauen höchst erfreulichen Botschaf auf: Noch in diesem Jahr soll im Kircherecht per Dekret verankert werden, dass Priesterinnen und Priester für die selbe Tätigkeit den selben Lohn erhalten sollen.


Der Wiener Erzbischof bestätigte in einem Telefonat das angekündigte Dekret zur Gleichstellung von Männern und Frauen im Priesterberuf: „Die katholische Kirche in Österreich ist bekannt dafür, dass sie aufgeschlossen für Neues und im 21. Jahrhundert angekommen ist. Wir möchten mit gutem Beispiel vorangehen und mit diesem Gesetz dafür sorgen, dass Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder Nationalität in Hinkunft vermieden werden.“

Das Dekret ist eine Maßnahme, um ungerechte Bezahlung von Priesterinnen und Priestern bald Geschichte werden zu lassen. Im Unterschied zu Island, das den Gender-Pay-Gap bis 2022 beseitigen möchte, soll dieses Vorhaben nach dem Wunsch der österreichischen Bischöfe wesentlich rascher und noch bis Ende dieses Jahres umgesetzt sein. Pfarren, die mehr als 25 Priesterinnen und Priester beschäftigen, müssen ab 2019 per Zertifikat die Lohngerechtigkeit unter Beweis stellen, ist auf der Website von Kathpress, der katholischen Presseagentur Österreichs, bereits zu lesen.

Kardinal Christoph Schönborn: „Es wurde Zeit, einmal etwas Radikales zu unternehmen. Österreich hinkt ja bekanntlich was den Gender-Pay-Gap betrifft anderen Ländern leider weit hinterher. Ich habe mir sagen lassen, dass Frauen in Österreich bis zu 21,7 Prozent weniger Gehalt erhalten als ihre männlichen Kollegen. Das ist natürlich untragbar! Und ich bin froh, dass ausgerechnet die katholische Kirche einen kleinen Beitrag dazu leisten kann, dass sich diese Schere hierzulande schon bald ein bisschen schließen wird.“

Die neue ÖVP-Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß zeigte sich über dieses ‚Einstandsgeschenk‘ der katholischen Kirche hocherfreut und begrüßte in einer ersten Reaktion die Ankündigung des Kardinals, fügte aber gleichzeitig hinzu: „Wenn es um die Rechte der Frauen geht, haben wir schon öfter schöne Worte gehört – allein es fehlt mir – der Erzbischof möge verzeihen – ein wenig der Glaube! Wir werden daher die Umsetzung sehr genau beobachten und in zwei drei Jahren beurteilen, ob dieses Vorhaben auch tatsächlich in der Praxis gelebt wird.“

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