Tier­schützer schla­gen Alarm: Nackt­schnecken vom Aus­ster­ben be­droht

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Zuerst die Bienen. Dann die Schmetterlinge. Und nun auch noch die Nacktschnecken! Heimische Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten oder WWF schlagen Alarm, denn die durch den Klimawandel bedingten, immer häufiger auftretenden Hitzetage und die damit einhergehende Trockenheit setzen diesen Tieren ganz besonders zu. Und die Tierschützer warnen: Schreitet die Globale Erderwärmung im jetztigen Tempo voran, könnten die Nacktschnecken schon in wenigen Jahren aus den heimischen Gefilden zur Gänze verschwunden sein!


Besonders die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), die Ende des letzten Jahrhunderts auf Grund der zunehmenden Hitze auf der Iberischen Halbinsel ihren Weg in den kühleren Norden und in Ländern wie Österreich oder Deutschland eine neue Heimat gefunden hat, leidet mittlerweile auch bei uns unter der sengenden Hitze. Während man noch vor wenigen Jahren hierzulande unzählige Exemplare überall im Garten antreffen konnte, muss man die putzigen braunen Wuzerln, die für das ökologische Gleichgewicht im Garten so wichtig sind, neuerdings meist mit der Lupe suchen!

Glücklicherweise kann neben den bekannten Klimaschutzmaßnahmen wie dem Einsatz von Energiesparlampen oder dem Verzicht auf das Auto jeder persönlich und sehr einfach dazu beitragen, das Überleben der Nacktschnecken hierzulande zu sichern. Tierschützer haben folgende Tipps parat, mit denen die Nacktschnecken trotzt brütender Hitze Ihren Garten auch in Zukunft bereichern:

  • Beschattung: Im Unterschied zu ihren Artgenossen mit Gehäuse können sich Nacktschnecken bei extremer Hitze nicht einfach in ihr kühles Schneckenhaus zurückziehen. Sorgen Sie daher für ausreichend Schatten in Ihrem Garten. Beispielsweise ein Sonnensegel quer über Ihre Salatbeete gespannt erleichtert den Tieren ihr Dasein vor allem untertags enorm.
  • Feuchtigkeit: Eine extreme Trockenheit ist der Tod aller Nacktschnecken. Lassen Sie am besten den Rasensprenkler rund um die Uhr ganztägig laufen und sorgen Sie dafür, dass das Erdreich im gesamten Garten schön feucht bleibt. Alternativ dazu können Sie ein kleines Biotop anlegen – so schaffen Sie insbesondere für den Nachwuchs der Schnecken ein ideales Umfeld.
  • Bier: Wer es besonders gut mit den Nützlingen im Garten meint, verwöhnt die Tierchen mit kleineren Bierpfützen. Da Sie selbst bei dieser Hitze ohnehin nicht so viel Alkohol trinken sollten, können Sie den Nacktschnecken ruhig ein wenig von Ihrem Bier abgeben. Doch aufgepasst: Die Pfützen dürfen keinesfalls zu tief sein, sonst besteht die Gefahr, dass die Nacktschnecken darin elendiglich ertrinken!

Doch nicht nur die Hitze bedroht das Überleben der Nacktschnecken: Indische Laufenten – eine aus Asien eingeschleppte Entenart – stürzt sich förmlich auf die wehrlosen Tiere und macht ihnen binnen kurzer Zeit den Garaus. Gegen diese Bedrohung hilft leider nur eine chemische Waffe: Entenkorn. Doch so sehr der Einsatz von Chemie auch schmerzen mag – dem Schutz der heimischen Artenvielfalt muss hier eindeutig der Vorrang gegeben werden!

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