Kampf gegen Fake News: Facebook schränkt Kommentare, Likes und Teilen massiv ein

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Laut einer Studie der renomierten kanadischen Didsbury State University sind bis zu 72% der Inhalte im Internet Falschmeldungen! Vor allem Leichtgläubigkeit der Benutzer und unreflektiertes Verbreiten über Facebook, Twitter & Co. tragen zu diesem enormen Prozentsatz bei. Geht es nach Facebooks Gründer Mark Zuckerberg, möchte sein Social Media Unternehmen im Kampf gegen Fake News und im Bemühen um mehr Seriösität in Sozialen Netzwerken völlig neue Maßstäbe setzen: Schon bald soll es nur noch möglich sein, Einträge auf Facebook zu kommentieren, zu liken oder zu teilen, wenn sich User zuvor mit Beiträgen auf der Plattform auch tatsächlich und ausreichend auseinandergesetzt haben!


Ausgeklügelte Mechanismen und Algorithmen sollen dabei die Feedback-Elemente – Like- und Share-Buttons sowie Kommentar-Felder – erst dann aktivieren, wenn eine ‚angemessene‘ User-Aktion vorausgegangen ist. Damit soll verhindert werden, dass Benutzer Einträge einfach blindlings weiterverbreiten, bewerten oder mitdiskutieren, obwohl sie nur einen kurzen Blick auf Überschrift oder Teaser-Bild geworfen haben.

Auf der deutschsprachigen Homepage von Facebook heißt es dazu: „Beiträge mit zugehörigen Web-Artikeln müssen künftig angeklickt und deren Texte sinnerfassend gelesen werden. Dazu werden das Scrollverhalten und die Lesedauer des Users genau beobachtet und im Anschluss die Inhalte stichprobenartig per Verständnisfragen überprüft. Bilder müssen eingehender als bisher betrachtet und Videos zumindest zu drei Viertel ihrer Länge angesehen werden. Eine Eyetracking-Technik wird dabei das gewünschte Benutzerverhalten sicherstellen. An Gewinnspielen kann nur noch teilgenommen werden, wenn der User vorher das Impressum des Veranstalters aufgerufen und dessen Echtheit bei Zuerst denken – dann klicken verifiziert hat.“

Bei Facebook erhofft man sich durch diese Maßnahme, Falschmeldungen, Bots und allzu leichtfertige Benutzer in den Griff zu bekommen. Das von vielen Usern derzeit an den Tag gelegte, unbedachtsame Verhalten soll auf Grund der neuen Regeln möglichst unterbunden werden. Die Möglichkeit für ‚Daumen hoch‘ & Co. muss sich bei Facebook künftig gewissermaßen erst verdient werden.

Gratulation übrigens: Sie haben eine Grundvoraussetzung bereits erfüllt, indem Sie bis hierher gelesen haben! Und sie können an dieser Stelle auch gleich testen, ob Sie bereits zur Gänze fit für die angekündigte Facebook-Neuerung sind. Um beispielsweise einen Kommentar beim zugehörigen Entenpost-Eintrag auf Facebook abgeben zu dürfen, müssten Sie zuvor noch folgende Frage korrekt beantworten: Wie heißt der Rektor der Didsbury State University, von der die eingangs erwähnte Studie über Falschmeldungen im Internet stammt?

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