Schwarzes Loch: Hobby-Fotograf gelang schon 2011 erste Aufnahme

Bild vom Schwarzen Loch im Sennfelder Seenkranz
Bild-Quelle: Stephan van Helden – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

Heute Nachmittag hätte es soweit sein sollen – die angeblich erste Aufnahme eines Schwarzen Lochs sollte auf sechs gleichzeitig stattfindenden Pressekonferenzen rund um den Globus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Doch was Astrophysikern nur mit Hilfe eines weltweiten Teleskop- und Observatorien-Verbundes namens Event Horizon Telescope (EHT) erst jetzt gelungen sein dürfte und als bahnbrechende Sensation angekündigt wurde, ist in Wahrheit einem Hobby-Fotografen bereits im Jahr 2011 geglückt – per Zufall und mit einer einfachen Digitalkamera im Wert von gerade mal 79 Euro!


Stephan van Helden, dem der Schnappschuss am 9. März 2011 im Zuge einer Wanderung durch den Sennfelder Seenkranz gelungen war, kann die Aufregung um die für heute 15 Uhr angekündigte angebliche Weltsensation nicht ganz verstehen: „Es stimmt schon, das Altwassergebiet des Mains im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt ist ein unwegiges Gelände. Aber mit entsprechender Ausrüstung und ein wenig Kondition sollte es eigentlich jeder schaffen, bis zum Schwarzen Loch vorzudringen!“

Ihm war dies vor acht Jahren jedenfalls gelungen! Da er die Kulisse jedoch für wenig spektakulär befand, hatte er ursprünglich gar nicht beabsichtigt, ein Foto zu schießen. Seine Aufnahme vom Schwarzen Loch verdankt der Hobby-Fotograf purem Zufall: „Ich hatte zwar jede Menge Mückenspray aufgetragen, aber den Biestern schien das irgendwie egal zu sein. Als ich dann nach einer besonders dicken Gelse schlug, muss ich irgendwie den Auslöser meiner Konica erwischt haben.“

Erst nach seinem Wanderurlaub habe er zu Hause am PC das Foto vom Schwarzen Loch entdeckt: „Wenn ich gewusst hätte, dass diese Aufnahme bis dato noch keinem zuvor gelungen war und als bahnbrechend eingestuft worden wäre, hätte ich meinen Schnappschuss vom Schwarzen Loch womöglich zu Geld machen können!“

Vielleicht hätten dabei sogar die 79 Euro rausgeschaut, die er sich mühsam zusammengespart und damals für seine Digitalkamera ausgegeben hatte, so Stephan van Helden mit leichtem Bedauern. Da seine Aufnahme leicht verwackelt und er auch mit der Belichtung nicht ganz zufrieden sei, sei er jedenfalls schon sehr gespannt auf das Foto, das bei der heutigen Pressekonferenz präsentiert werden soll: „Mal schauen, was die vom EHT fototechnisch so drauf haben!“

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