Sensationsfund: Schüttbilder von Hermann Nitsch in Wiener Metzgerei entdeckt

Fleischer mit echtem Nitsch
Bild-Quellen: Paul Kellercamel butcher uploaded by Yarl, CC BY 2.0, Link & Nitsch Foundation – Own work, CC BY-SA 3.0, Link; Bildbearbeitung mit GIMP

Da staunte Djadi Harouni nicht schlecht – in der Metzgerei des Fleischhackers aus Wien Ottakring wurden im Zuge einer Hygiene-Inspektion mehrere Fliesen mit Schüttbildern des weltberühmten Aktionskünstlers Hermann Nitsch entdeckt! Geschätzter Marktwert der Kunstobjekte: 170.000 bis 220.000 Euro – pro Fliese!


Eigentlich hätte alles lediglich eine Routine-Überprüfung seines Betriebs am Yppenplatz werden sollen, doch einem der Hygiene-Inspektoren war im Schlachtraum ein alter Stapel Fliesen aufgefallen. Diese, so Harouni, stammten noch von der Zeit, als sein verstorbener Vater die Fleischhackerei betrieben habe. Bei der Renovierung des Schlachtraums seien diese abgenommen und durch Edelstahl-Fliesen ersetzt worden, so Harouni. Er hätte den Plunder eigentlich schon längst wegschmeißen wollen, sei aber bisher noch nicht dazugekommen.

Zu Harounis großem Glück, wie sich nun herausstellte, denn die vermeintlichen Fliesen seien in Wahrheit von unglaublichem Wert, so ein hinzugerufener Kunstkritiker, der die Schüttbilder untersucht und deren Echtheit bereits bestätigt habe. Die Werke dürften voraussichtlich Ende des 20. Jahrhunderts entstanden sein und würden ganz deutlich die damaligen Einflüsse von de Sade und Friedrich Nietzsche auf ihren Schöpfer Hermann Nitsch widerspiegeln.

Wie bei den meisten Schüttbildern des bekannten österreichischen Malers würden auch die nun entdeckten Werke beim Betrachter zunächst Ekel und Abscheu, doch letztlich die gewünschte Karthasis bewirken, so der Kunstkritiker, der den Wert aller gefundenen Fliesen zusammen auf mehr als eine Million Euro schätzt.

Wie die Werke in den Besitz seines Vaters gelangt seien, wisse er beim besten Willen nicht, sein Vater sei eigentlich nie wirklich ein Kunstliebhaber oder -sammler gewesen und nur selten aus seinem Laden in Ottakring hinausgekommen! Er selbst werde die Bilder jedenfalls sicher nicht aufhängen sondern wohl ehestmöglich verkaufen – beim Anblick von Blut werde ihm nämlich leider schlecht, so Fleischhauer Harouni.

Seinen Betrieb werde er jedenfalls in ‚Fleischhauerei und Kunstgalerie Harouni‘ umbenennen. Er kenne sich zwar nicht wirklich aus, aber er werde einfach ein paar Sachen aus dem Nachlass seines Vaters ausstellen. Wer weiß, vielleicht ist ja dessen damaliges Schneidbrett in Wahrheit ein Kunstobjekt – und gar noch mehr wert als alle Schüttbilder zusammen!