Walter Schachner & Co: Woran österreichische Startrainer scheitern

Bild-Quelle: Steindy (talk) 01:22, 10 August 2009 (UTC) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Sei es bei Real Madrid in der Primera División, in der englischen Premiere League oder seit einiger Zeit auch in der chinesischen Super Leage: Überall werden mittlerweile astronomische Gagen bezahlt – doch Walter Schachner alias Schoko ist offenbar sogar für diese Ligen eine Nummer zu groß. Bitter, wenn man einfach so gut ist, dass der Marktwert ins Unermessliche gestiegen ist und deshalb die Engagements aus finanziellen Gründen ausbleiben.


Walter Schachner, ehemaliger ÖFB-Nationalspieler, Italien-Legionär, später Meistertrainer und einer der erfolgreichsten Trainer Österreichs, ist nun schon des längeren auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Doch das ist nicht einfach, denn wenn man sich mit Trainerlegenden wie Ernst Happel messen kann, bewegt man sich in einer Gehaltsklasse, die sich nicht einmal Clubs leisten können, die ansonst ihrem Personal geradezu fürstliche Gagen zahlen.

Aber es liegt offenbar nicht nur am Geld. Walter Schachner dürfte den wahren Grund mittlerweile kennen: „Ich wäre sogar bereit, beim Gehalt kleinere Abstriche zu machen. Aber das Problem liegt in Wirklichkeit viel tiefer: Die Sprache, mit der ich meinen Spielern das 1×1 des Fußballs vermitteln möchte, übersteigt heutzutage leider das geistige Niveau der jungen Kicker. Wenn wir beispielsweise Zweikampftraining machen und ich  ‚Geh ned so woarm hin!‘ aufs Feld rufe, schauen mich die Spieler nur verständnislos an. Und das ist quer durch die Bank so, egal ob es sich um einen sauteuren Spieler wie Paul Pogba oder einen Noname vom FC Wattens handelt. Da kannst du dir als Coach die Seele aus dem Leib schreien – mit deinen Anweisungen dringst du einfach nicht zu den Spielern durch!“

Am unterschiedlichen Sprachniveau dürften wohl auch schon andere österreichische Startrainer wie beispielsweise Toni Polster oder Andi Ogris gescheitert sein. Beide weisen eine Uefa-Pro-Trainerlizenz auf, mangelnde Expertise oder fehlende Managementqualitäten können somit definitiv nicht die Ursachen für eher bescheidene Kurzauftritte als Trainer in der heimischen Bundesliga gewesen sein. So meinte denn auch Toni Polster in einem Interview nach seiner vorzeitigen Beurlaubung bei Admira Wacker Mödling: „Mit meinem Können, Know-How und Wissensvorsprung kam es mir bei der Admira als Trainer immer so vor, als wäre ich ein Uni-Professor, der versucht, im Kindergarten die Quantenphysik zu erklären. Was immer ich den Spielern gesagt habe, es war einfach zu steil für sie. Und wenn dann die Erfolge ausbleiben, trifft’s natürlich den Falschen, dann kannst du als Trainer die Koffer packen!“

Aber wer weiß: Wenn es als Trainer nicht mehr klappen sollte, vielleicht steht ja bei Marcel Koller ein Comeback im Nationalteam bevor: Soviel bekannt ist, setzt der nämlich trotz zuletzt ausbleibender Erfolge nach wie vor auf bewährtes Personal. Und das schreit ja förmlich nach einem Goalgetter wie beispielsweise einem Toni oder einem Schoko. Ach ja, a propos Walter Schachner: Egal was die Zukunft bringen mag, wir von der Entenpost wünschen ihm jedenfalls alles Gute zu seinem 60er!

 

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Eil-Dekret: Sobotka verbietet Demo gegen Pröll-Privatstiftung

Wer bis dato behauptet hat, diese Regierung bringe nichts weiter und möge endlich mit dem Arbeiten beginnen, der wird nun...

Schließen