Stopp dritter Piste am Flughafen Wien: Rundum Aufatmen

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Nicht nur bei diversen Bürgerinitiativen, den Grünen und Umweltschutz-Organisationen wie Global 2000 oder Greenpeace Österreich ist die Erleichterung groß, nachdem das Bundesverwaltungsgericht den Stopp für den Bau einer dritten Piste am Flughafen Wien Schwechat veranlasst hatte. Buchstäblich aufatmen können auch Tourismusmagneten wie das Schloß Schönbrunn oder der Prater, die jetzt schon unter dem Ansturm internationaler Gäste stöhnen. Erfreut zeigen sich auch die ÖBB, die nach dem Urteil sofort eine Ausbau-Initiative ihres Langstreckenbahnnetzes verkündeten.


Mag sein, dass der Rechtsspruch des BVwG bei einigen VIA-Aktionären und ein paar grundsätzlich immer pessimistisch gestimmten Ökonomen nicht gerade begeistert aufgenommen wurde. Doch großteils überwiegt die Erleichterung über die Entscheidung, keine dritte Start- und Landebahn in Schwechat zu bauen.

Geradezu euphorisch zeigt man sich beispielsweise bei der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Pressesprecher Eberhard Schweninger: „Bei der aktuellen Menge an Touristen pfeifen wir mit unseren Kapazitäten schon jetzt aus dem letzten Loch. Beim Bau der dritten Piste hätten wir entweder das Schloß Schönbrunn ausbauen müssen – was denkmalschutztechnisch nicht ganz einfach ist und mit Sicherheit eine weitere Diskussion in Sachen Wien und Weltkulturerbe mit sich gebracht hätte – oder wir hätten Besucher ab einer bestimmten Anzahl aus feuerpolizeilichen Gründen abweisen müssen. Mit dem Urteil des BVwG ersparen wir uns beide Varianten, wir sind sehr erleichtert!“

Auch bei der Prater Wien GmbH ist Aufatmen angesagt. In einer Aussendung des Unternehmens heißt es: „Wir sind dem BVwG für sein Urteil echt dankbar. Die Diskussion über den Bau eines zweiten Riesenrades kann damit endgültig ad acta gelegt werden. So müssen wir Gott sei Dank nicht unser Logo und alle unsere Werbebroschüren erneuern. Und wir freuen uns selbstverständlich, dass der Prater durch diesen Urteilsspruch auch weiterhin in erster Linie eine Attraktion für die Wienerinnen und Wiener bleiben wird!“

Auch am Flughafen selbst gibt es durchaus Stimmen, die den verhinderten Ausbau offenbar mit spürbarer Erleichterung aufgenommen haben. Daniel Friesenbacher, langjähriger VIA-Mitarbeiter in der Gepäcksabfertigung: „Euda, wie hobn se die do obn des bitte mit ana dritten Landebahn eigentlich vurgstellt! De hobn ja keine Ahnung, mir kumman jetzt scho hint und vurn nimma zsomm. Und wonn donn noch mehr Stickln verlurn gengan, donn sand natürlich wieder mia Hackla de Deppaten! Find i leiwaund, dass ma se ausnahmsweise doch no aufn Gesetzgeber bei uns in Österreich verlossn konn!“

All jenen, die nach Verkünden des Urteils reflexartig aufgeschrieen haben und wieder einmal den Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet sahen, sei entgegen gehalten, dass der untersagte Bau der dritten Piste durchaus auch Chancen für andere Unternehmen bietet. So hat man beispielsweise auf das Urteil bei den ÖBB mit einer sofortigen Ausbau-Initiative der Langstreckenzüge reagiert. ÖBB-Sprecherin Chris Lohner: „Wir greifen nun aktiv jene Destinationen auf, die durch den Bau der dritten Piste eigentlich bedient hätten werden sollen. Dazu gehören unter anderem Non-Stop-Züge nach Kuala Lumpur oder Kapstadt. Wenn Sie so wollen, werden ab sofort die Weichen neu gestellt: Mit dem Ausbau des Langstreckenbahnverkehrs kommt erstmals der neue Wiener Hauptbahnhof so richtig in die Gänge!“

Und auch wenn man aus Dornbirn ist, wo einen die Diskussion um den Wiener Flughafen wahrscheinlich weniger beschäftigt oder wenn man das Wort CO2 schon nicht mehr hören kann – eines sollte uns eigentlich alle aufatmen lassen: Egal ob Wirtschaftsinteressen am Spiel stehen oder ein amerikanischer Präsident lautstark poltert – Gesetz ist Gesetz. Und vor ihm sind offenbar doch noch alle gleich!

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