Kindheitstraum in Erfüllung gegangen: Jogi Löw wird neuer ÖFB-Teamchef

Bild-Quellen: Эдгар Брещанов – https://www.soccer.ru/galery/995258/photo/652542, CC BY-SA 3.0, Link, Unbekannt – GIF; in SVG konvertiert, Logo, Link; Bildbearbeitung mit GIMP

So schnell kann es gehen! Marcel Koller, einst gefeierter ÖFB-Teamchef, der die Ösis sensationell zur Euro geführt hatte, konnte die hohen Erwartungen seither nicht mehr erfüllen und muss auf Grund der kläglich gescheiterten WM-Qualifikation nun vorzeitig seinen Sessel räumen. Der ÖFB ist allerdings bei der Suche eines Nachfolgers rasch fündig geworden: Wenig überraschend wird der Top-Favorit im Rennen um diesen Prestige-Job zum Zug kommen und mit Jogi Löw ein erfahrener Mann die österreichische Nationalmannschaft – so die Hoffnungen des ÖFB – so rasch als möglich wieder in die Top-100 der FIFA-Weltrangliste führen.


Jogi Löw erörterte in einer Pressekonferenz gemeinsam mit ÖFB-Präsident Leo Windtner seine Beweggründe für den Wechsel nach Wien: „DFB-Teamchef zu sein ist zwar nett und gut, aber bei dem Spielermaterial, das du in Deutschland vorfindest, natürlich keine echte Herausforderung für einen Trainer. Wie der Österreicher zu sagen pflegt: ‚Quasi eine gmahte Wiesn‘! Für mich geht mit der Bestellung zum ÖFB-Teamchef ein lang gehegter Kindheitstraum in Erfüllung und ich freue mich riesig auf die Rückkehr nach Österreich.“

Dass Löw in der Vergangenheit bereits Teams aus der österreichischen Bundesliga gecoached hatte – er wurde 2002 Meister mit dem FC Tirol Innsbruck und hatte auch ein Kurzzeit-Engagement als Trainer bei FK Austria Wien – dürfte ein wesentlicher Grund gewesen sein, den gebürtigen Baden-Württemberger nach Österreich zu holen. Präsident Windtner: „Erfahrung mit der heimischen Liga war für uns der wichtigste Grund bei unserer Entscheidung für Joachim Löw. Außerdem besteht das halbe ÖFB-Team aus Legionären, die in Deutschland kicken, das erleichtert natürlich das Kennenlernen und Merken der Spielernamen ganz gewaltig und ist ein wesentlicher Startvorteil!“

Die stets kritischen Stimmen der österreichischen Journalisten und sogenannter Fußball-Experten fürchtet Löw nicht: „Mir ist lieber, jemand sagt offen und ehrlich seine Meinung – auch mit der für Österreich typisch unfreundlichen Art – anstatt immer alles prima und dufte zu finden so wie hier in Deutschland. Einen Timo Werner beispielsweise könntest du beim ÖFB definitiv nicht aufstellen, da hättest du so gut wie das ganze Stadion gegen dich. Aber genau diese Herausforderung macht den Job hier in Österreich so reizvoll!“

Apropos kritische Stimmen: Diese gibt es bereits, nicht alle dürften mit Löws Bestellung einverstanden sein. Paul Scharner etwa, der sich offenbar selbst Hoffnungen auf den Job gemacht haben dürfte, ließ auf seinem Twitter-Account verlauten: „Löw als Nationaltrainer?! Der ÖFB geht wieder einmal zum Schmiedl anstatt zum Schmied – dem ÖFB ist einfach nicht zu helfen!“

Lesen Sie den vorherigen Eintrag:
Unfreundlichkeits-Ranking: Österreich schon wieder nur Zweiter

Zuerst das erschreckend schwache Länderspiel gegen Georgien, bei dem Österreich nicht über ein 1:1 hinauskam und dadurch endgültig bei der...

Schließen