Aus für Rauchverbot nur erster Schritt: Ärzte fordern Senkung der Tabaksteuer

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Wie in den meisten Wohlstandsländern werden auch Herr und Frau Österreicher immer dicker. In Sachen Fettleibigkeit liegt Österreich international betrachtet bereits an 6. Stelle. Alarmierend ist vor allem, dass immer mehr Kinder davon betroffen sind. Die Kosten für die Behandlung der damit einhergehenden Erkrankungen – insbesondere Diabetes – sind enorm. Gesundheitsexperten und Ärzte machen für die dramatische Gewichtszunahme der Bevölkerung das hierzulande äußerst restriktive Nichtraucherschutz-Gesetz verantwortlich. Sie fordern daher von der künftigen türkis-blauen Regierung – zusätzlich zu dem bereits beschlossenen Aus für das absolute Rauchverbot in der Gastronomie – eine drastische Senkung der Tabaksteuer.


Die österreichische Ärztekammer begrüßt ausdrücklich den Beschluss der künftigen Regierung, das für Mai 2018 geplante absolute Rauchverbot in der Gastronomie zu kippen. Ärztekammer-Präsident Dr. Thomas Szekeres: „Es ist wie bei kommunizierenden Gefäßen: Seit die Österreicher weniger rauchen, essen sie umso mehr.  Der Nichtraucherschutz mag gut gemeint sein, ist aber natürlich das Gegenteil von gut. Und absolut kontraproduktiv! Wenn wir nich bald gegensteuern – beispielsweise durch eine spürbare Senkung der Tabaksteuer – fliegt uns Diabetes als neue Volkskrankheit Nummer eins um die Ohren!“

Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) weist schon des längeren auf diese Fehlentwicklung hin. ÖDG-Vorsitzende Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer: „Seit in den Schulen die Zigaretten- durch Getränkeautomaten ersetzt wurden, ist die Anzahl der übergewichtigen und adipösen Kinder explosionsartig gestiegen. Mit dem Verbannen der Zigaretten aus den Schulen sind wir sprichwörtlich vom Regen in die Traufe gekommen: Statt in den Pausen mit der guten alten Tschick ein wenig zu relaxen, schütten sich die Schüler jetzt Eistee, Red Bull & Co. rein. Kein Wunder dass die Kids heutzutage hyperaktiv sind und Fettleibigkeit dramatisch zugenommen hat!“

Die Forderung der Ärztekammer nach einer Lockerung der Nichtraucherschutz-Gesetze und einer Senkung der Tabaksteuer dürfte bei den Koalitionsverhandlern auf offene Ohren stoßen, ist man in Sachen Steuerreform auf Grund budgetärer Engpässe bisher ohnehin eher ratlos gewesen. ÖVP-Chef Sebastian Kurz: „Damit schlagen wir zwei Fliegen auf einen Streich: Einerseits bleibt vielen Österreichern mehr Bares im Geldbörsel. Und andererseits entlasten wir durch diesen Schritt unser Gesundheitssystem, das wegen der unzähligen Bladen hierzulande ohnehin schon aus dem letzten Loch pfeift!“

Jenen Lungenfachärzten, die sich entsetzt zum beschlossenen Aus für das Rauchverbot geäußert haben, entgegnet Heinz-Christian Strache: „Mag sein, dass die Nichtraucherschutz-Gesetze das eine oder andere Lungenkarzinom verhindert haben. Aber diese Scheinheiligkeit sucht ihresgleichen: Man beißt schließlich nicht die Hand, die einen füttert!“

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