Endlich wieder türkis-blaue Er­folgs­meldung: Dritte Piste soll in Kärnten gebaut werden

Bild-Quellen: Eigenes Werk: Hansueli Krapf (User Simisa (Diskussion · Beiträge)), CC BY-SA 3.0, Link & Pixabay; Bildbearbeitung mit GIMP

Nach all der Aufregung um NS-Liedtexte rund um den niederösterreichischen FPÖ-Spitzenkandidaten Udo Landbauer und der Verwechslung von Innenministerium mit dem Justizressort durch Innenminister Herbert Kickl kann die türkis-blaue Regierung diese Erfolgsmeldung wohl dringend gebrauchen: Verkehrsminister Norber Hofer und Umweltministerin Elisabeth Köstinger haben sich geeinigt, den Bau der dritten Piste, der vom Bundesverwaltungsgericht ursprünglich gestoppt, jedoch vom Verfassungsgerichtshof wieder genehmigt wurde, so rasch als möglich anzugehen. Gebaut werden soll allerdings nicht in Schwechat – sondern in Kärnten!


In einer gemeinsamen Pressekonferenz von Hofer und Köstinger gaben die beiden die Hintergründe für diese überraschende Wendung bekannt. Hofer: „Wien erstickt ohnehin an den Touristen, da wäre es geradezu absurd, wenn wir ausgerechnet am Flughafen Wien-Schwechat noch eine weitere Start- und Landebahn bauen würden. In Kärnten hingegen sperrt ein Skigebiet nach dem anderen zu. Wir sind als Bundesregierung gefordert, hier entsprechend Impulse zu setzen. Aus diesem Grund sind wir übereingekommen, die dritte Piste nicht in Schwechat sondern in Dellach, im Kärnter Bezirk Hermagor, zu bauen.“

Umweltministerin Köstinger wies in diesem Zusammenhang auch auf den ‚Masterplan für den ländlichen Raum‘ hin: „Laut Statistik Austria ist Kärten das einzige Bundesland Österreichs, in dem die Bevölkerung in den kommenden 30-40 Jahren zurückgehen wird. Hier müssen wir dringend gegensteuern, indem wir wichtige Bauprojekte wie jenes der dritten Piste nicht immer nur auf Wien und seinen Speckgürtel konzentrieren, sondern dafür sorgen, dass endlich auch der ländliche Raum zum Zug kommt.“

Auf Grund seiner strategisch günstigen Lage in unmittelbare Nähe zur Bezirkshauptstad und Osttirol sei die Wahl auf das direkt an der italienischen Grenze gelegene Dellach gefallen. Auf die Frage, ob die Ministerin mit Widerständen in der Bevölkerung rechne, erwiderte Köstinger: „Das wäre ja wie beim Lotto, wo man einen Sechser gewinnt und diesen dann nicht annimmt! Und sobald die Grünen nach der Wahl aus dem Kärnter Landtag draußen sind, dürfte wohl auch eine allfällige Umweltverträglichkeitsprüfung nur noch ein nebensächlicher Formalakt sein!“

Nach dem Koralmtunnel bekommt Kärnten also schon in Kürze ein weiteres Prestigeprojekt. Im Verkehrsministerium schätzt man, dass die dritte Piste in Dellach von noch viel größerer Bedeutung als der Bahntunnel sein werde. Eine Sache war Norbert Hofer zum Abschluss der Pressekonferenz jedenfalls noch besonders wichtig: „Man mag zur türkis-blauen Regierung stehen wie man will. Aber Taten wie diese sind es, woran man uns letztlich messen wird müssen!“

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