Peinliches Apple-Store-Opening: Lidl-Filial-Eröffnungen am beliebtesten bei Wienern

Bild-Quell: Captcha-LT – Eigenes Werk, CC-BY-SA 4.0, Link

Die Szenen, die sich bei der Eröffnung des ersten Apple-Stores Österreichs abgespielt haben, waren nicht nur befremdlich sondern geradezu peinlich: Jubelnde Verkäufer beklatschten überschwänglich jeden einzelnen Besucher und umarmten diese beim Eintritt in den Store, als wären sie gerade in eine Religionsgemeinschaft oder Sekte aufgenommen worden! Dieses ungewohnte High-Five-Bussi-Gehabe irritierte so manchen Käufer und kam bei den meisten Besuchern überhaupt nicht gut an. Mit dieser Inszenierung hat Apple jedenfalls so gar nicht den Nerv der Wiener getroffen, zeigt doch eine repräsentative Umfrage unter eingefleischten Eröffnungs-Käufern, dass Filial-Eröffnungen von Lidl am besten abschneiden.


Hermann Kratochwil, Pensionist aus Wien Ottakring, zeigte sich im Anschluss an das Apple-Store-Opening maßlos enttäuscht: „I foahr jo in gonz Wien zu diversen Eröffnungen, oaba so wos hob i no nie erlebt! De sand wohl a bisserl angschodert! I woar ana da Erstn und hob glaubt, do schaut mindestens a iPhone raus. Und wissen’S woas i griagt hob: A Gratis-T-Shirt! Na de hoabn mi des letzte Mal gsegn!“

Doch auch bei weniger erwartungsvollen Käufern und eingeschworenen Apple-Aficionados machte sich alsbald Enttäuschung breit: Die wenigen Sachen, die es im Store zu kaufen gibt, hätte man auch online und zum selben Preis haben können – und das ohne begleitende Erfrierungserscheinungen!

Für Marktforscherin Susanne Petzwinkl vom market Institut ist die Eröffnung des Apple-Stores in der Kärntner Straße gehörig in die Hose gegangen: „In einer Stadt wie Wien, die bekanntlich zu den unfreundlichsten weltweit gehört, machst du mit betont überschwänglichen Verkäufern definitiv keine Meter. Der Wiener ist es gewohnt – wenn überhaupt – mit finsterer Miene und fast schon wie ein Störenfried begrüßt zu werden. Und ein Körperkontakt wie im Apple-Store ist ohnehin ein absolutes No-Go!“

Apple hätte sich wohl Lidl Österreich als Vorbild nehmen sollen: Laut market Institut kommen Filial-Eröffnungen des Diskonters bei den Wienerinnen und Wienern am allerbesten an, noch vor Hofer und Penny. Auch dort gibt es bei Eröffnungen häufig Dinge, die man eigentlich gar nicht braucht. Aber dort werden die Kunden laut Umfrage ‚Wien-gerecht ignoriert‘ – und mit den erworbenen Schnäppchen gehen die Kunden samt Lidl-Sackerl rundum zufrieden nach Hause!

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