Regierung mit konkreter Klima­schutz-Maß­nahme: 6 statt 5 Schul­tage pro Woche

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Zu wenig ambitioniert, zu unspezifisch, zu unkonkret! Nichts als heiße Luft! An der von der türkis-blauen Regierung diese Woche präsentierten Klima- und Energiestrategie der Republik wurde von seiten der Opposition und diverser Umweltschutzorganisationen großteils kein gutes Haar gelassen. Dass beispielsweise ’nicht unbedingt erforderliche Fahrten vermieden werden sollen‘ ist fürwahr nicht mehr als eine klimapolitische Binsenwahrheit. Doch die Koalition von ÖVP und FPÖ scheint die Kritik ernst zu nehmen und bringt nun eine ganz konkrete Maßnahme ins Spiel, die tatsächlich vielversprechend sein dürfte, um die im Pariser Übereinkommen unterzeichneten Klimaziele erreichen zu können: Schüler sollen künftig an 6 statt 5 Tagen zur Schule gehen!


ÖVP-Umweltministerin Elisabeth Köstinger zur geplanten Ausweitung der Schultage: „Wenn es um die gescheiterten Klimaziele in Österreich geht, musste in der Vergangenheit üblicherweise der Individualverkehr als Sündenbock herhalten. Doch wenn wir uns genauer anschauen, wieviel Zeit mittlerweile bereits 6-Jährige täglich im Schnitt am Handy, vor dem Fernseher und insbesondere mit PlayStation & Co. verbringen, dann zeigt sich, dass hier im Lauf der letzten Jahre ein gigantischer Energiebedarf entstanden ist, den wir nicht einmal mit fünf Zwentendörfern abdecken könnten!“

Viele leidgeprüfte Eltern werden diese Einschätzung wohl vollauf teilen, kommt doch so gut wie gar kein elterliches Alternativprogramm mehr auch nur annähernd an den Reiz von Fortnite, FIFA 2018, Minecraft oder Clash Royale heran. Und so manche Väter und Mütter haben mittlerweile schon resigniert und den täglichen Kampf um ein vernünftiges Ausmaß an Minuten, die vom Nachwuchs mit den elektronischen Geräten verbracht werden dürfen, aufgegeben.

Elisabeth Köstinger zum 11. Leuchtturmprojekt der österreichischen Energie- und Klimastrategie: „Die beste Energie ist bekanntlich jene, die wir erst gar nicht brauchen! Durch die Ausdehnung auf 6 statt 5 Schultage pro Woche rechnen wir damit, dass der Energieverbrauch an Samstagvormittagen auf ein Allzeittief fällt. Wenn auch noch der Verkehrsminister dann sein Versprechen hält, vermehrt zur Arbeit zu radeln, werden wir die für das Jahr 2030 angepeilte CO2-Reduktion wohl oder übel schon im kommenden Jahr schaffen können!“

Was dem Klima guttut, sollte sich hoffentlich auch auf die schulischen Leistungen der heimischen Kids positiv auswirken. Denn durch die zusätzlichen Unterrichtsstunden werden wir nicht nur bei der CO2-Bilanz um einiges besser abschneiden, sondern wohl auch bei den zukünftigen PISA-Tests. Wer hätte gedacht, dass sich Klima- und Bildungspolitik so einfach unter einen Hut bringen lassen!

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