Wirte schäumen: EU möchte Gastronomie zu Gratis-Aschenbechern verpflichten

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Man könnte tatsächlich den Eindruck gewinnen, die EU hätte es auf die Wirte abgesehen: Allergenverordnung! Vorschriften zum Pommes-Bräunegrad! Und hatten erst unlängst Überlegungen der EU, heimische Gastrobetriebe zu kostenlosem Leitungswasser zu verpflichten, für Riesenaufregung gesorgt, kommt von der EU-Kommission bereits ein weiterer Vorstoß, der das Blut der Gastronomen in Wallungen bringen dürfte: Die Brüsseler Behörde möchte dem Vernehmen nach den Gastronomen vorschreiben, rauchenden Gästen künftig den Aschenbecher gratis zur Verfügung zu stellen!


Für Mario Pulker, Obmann des WKO-Fachverbands Gastronomie, geradezu ein Affront: „Die Verpflichtung, unseren Gästen den Aschenbecher in Zukunft kostenlos auf den Tisch zu stellen, wie es diese EU-Richtlinie vorsieht, treibt die Wirte in den Ruin! Jeder Aschenbecher ist extrem personalintensiv und verursacht Müll sowie enorme Zusatzkosten: Er muss meist mehrmals geleert werden und ist nach jedem Gebrauch mit Pinsel oder gar Spülmittel zu reinigen. Ganz zu schweigen von jenen Gästen, die glauben, ihren Kaugummi im Aschenbecher entsorgen zu müssen! Es kann ja wohl nicht sein, dass die Gastrobetreiber für diesen ganzen Aufwand künftig keine Servicepauschale mehr verlangen dürfen!“

Ferdinand Kernschuh, Wirt in Obernmoos, kommt bei der geplanten Verordnung der EU ordentlich in Rage: „1,50€ pro Aschenbecher halte ich für einen angemessenen Beitrag. Und ist auch fair gegenüber Nichtrauchern, die ohne den ganzen Aschenbecher-Aufwand auskommen. Die Raucher kommen außerdem nicht nur zum Rauchen ins Wirtshaus, sie benutzen ja auch die Toilette oder stehen an der Bar herum und nehmen anderen Gästen den Platz weg. Zuerst Gratis-Wasser! Jetzt Gratis-Aschenbecher! Gastfreundschaft hin oder her – irgendwann hört sich diese dann auch einmal auf!“

Besonders die Wirte in Tourismusdestinationen seien darauf angewiesen, für das Verwenden eines Aschenbechers Geld zu verlangen, so Wirtschaftsvertreter Pulker. Für ausländische Raucher sei es auch ganz normal, dafür zu zahlen. Und Purker kampfeslustig: „Sollte diese Verordnung tatsächlich kommen, kann sich die Öffentlichkeit schon einmal auf entsprechende Gegenmaßnahmen der Wirte einstellen!“ Von der Einführung des 4-Stunden-Arbeitstages bis hin zur Androhung der völligen Umstellung aller Betriebe auf reine Nichtraucher-Lokale sei alles denkbar, so Pulker.

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