Geschlechts­­neu­tra­les Flu­chen: Frau­en­­mi­nis­te­ri­um ver­öf­fent­licht Leit­faden

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Am Tag ihrer Angelobung hatte sie es versprochen: Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß wolle nicht nur am Frauentag Politik für Frauen machen, sondern täglich für die Gleichstellung von Mann und Frau eintreten und für die Rechte des sogenannten schwachen Geschlechts kämpfen. Dass es Bogner-Strauß mit ihrer Ankündigung ernst gemeint hatte, bewies sie heute Vormittag im Rahmen einer Pressekonferenz, in der die Ministerin eine Broschüre für politisch korrektes und geschlechtsneutrales Fluchen präsentierte.


Ministerin Bogner-Strauß unterstrich bei der Vorstellung des Leitfadens die Wichtigkeit für dieses frauenpolitisch höchst brisante Thema: „Fluchen ist eindeutig männlich dominiert! Vom Aansertrottl über den Schneebrunzer bis hin zum Zaunsoacha stehen – wie so oft in der Vergangenheit – hauptsächlich die Männer im Fokus! Ich habe daher gleich am ersten Tag nach meiner Angelobung eine Expertinnenkommission eingesetzt, um sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und einen Ratgeber zu erstellen, damit wir diesem Problem endlich Frau werden.“

Wie schon bei den geschlechtsneutralen Formulierungen in Texten spielt auch im neuen Fluch-Guide das Binnen-I eine nicht unwesentliche Rolle. So wird beispielsweise empfohlen, künftig die Formulierungen ‚BrunzerIn‘ oder ‚BowidlscheißerIn‘ zu verwenden. Ausdrücke, in denen das Binnen-I nicht angewandt werden kann, müssen künftig mit beiden Geschlechtsbezeichnungen ausformuliert werden. ‚Geh scheißn, Oide und Oida!‘ wäre ein Beispiele dafür, wie man ab sofort politisch korrekt zu verstehen gibt, dass einem Eine oder Einer gestohlen bleiben kann bzw. dass man über etwas ziemlich erstaunt ist.

Wer in der Hitze des Gefechts all zu leicht auf Benimm-Regeln vergisst oder wem diese Formulierungen zu lang sind, dem seien Ausdrücke ans Herz gelegt, die von vornherein beide Geschlechter beinhalten und so per Definitionem als geschlechtsneutral bezeichnet werden können. In diese Kategorie fallen Begriffe wie ‚Saubeidl‘, ‚Schastrommel‘ oder ‚Oarschkretzn‘.

Ministerin Bogner-Strauß gab bei der Vorstellung der ‚Anleitung zum korrekt gegenderten Fluchen‘ auch gleich das Versprechen, dass man im Parlament mit gutem Beispiel vorangehen werde: „PolitikerInnen, die sich nicht an die Richtlinien aus unserem Leitfaden halten, müssen ab sofort damit rechnen, einen Ordnungsruf von den NationalratspräsidentInnen zu erhalten.“

Es solle beispielsweise nicht ungestraft bleiben, wenn einer Abgeordneten oder einem Abgeordneten der eindeutig frauendiskriminierende ‚Hurensohn‘ über die Lippen komme, so die Ministerin.

Man wolle mit dem Handbuch und der Vorbildwirkung im Parlament die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass es auch auf diesem Gebiet höchst an der Zeit sei, für eine Gleichstellung von Frau und Mann zu sorgen, so Bogner-Strauß.

Auch wenn einem zum neuen Fluch-Guide des Frauenministeriums nur der Spruch ‚Des interessiert mi so vü wia a Schas im Woid‘ einfallen sollte: Wer etwas auf sich hält und mit der Zeit gehen möchte, der ersetze einfach den Schas durch die Blähung – so einfach kann Political Correctness sein!

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